Volltextsuche über das Angebot:

8 ° / 7 ° Regenschauer

Navigation:
„Wir wollen wissen, was passiert ist“

Neue Glocken für St. Albani „Wir wollen wissen, was passiert ist“

Die Fehler beim Gießen der neuen Glocken für die St.-Albani-Kirche stellt die Kirchengemeinde vor erhebliche Herausforderungen: Es dauere mindestens vier Monate, bis neue Glocken zur Verfügung stehen werden, erklärt die Vorsitzende des Kirchenvorstands, Marianne Mühlenberg.

Voriger Artikel
Staatsanwältin fordert zwölf Jahre Freiheitsstrafe für 30-Jährigen
Nächster Artikel
Für bessere Radwege fehlt das Geld

Die Glocken wurden bei der Gießerei Petit & Gebr. Edelbrock aus Gescher im Münsterland gegossen.

Quelle: epd

Göttingen. Eigentlich sollten noch im Oktober vier neue Glocken im Turm von St. Albani aufgehängt werden. Doch in der vergangenen Woche stellte sich heraus, dass die beiden größeren Glocken erhebliche Gussfehler aufweisen und nicht verwendet werden können. Die Mängel hatte der Glockensachverständige der Hannoverschen Landeskirche, Andreas Philipp, zu Beginn der vergangenen Woche bei der Schlussabnahme der neuen Glocken festgestellt. Die Fehler, befürchtet der Kirchenvorstand, beeinträchtigen nicht nur das äußere Erscheinungsbild, sondern könnten auch zu Lasten der Haltbarkeit gehen. Diese Auffassung wird gestützt durch eine Einschätzung des Labors für Werkstofftechnik in Kempten. Die beiden kleineren Glocken sind hingegen fehlerfrei.

Die neuen Bronzeglocken sollen „einige Jahrhunderte“ halten, erwartet Mühlenberg. Vor einer endgültigen Entscheidung über das weitere Vorgehen will die evangelische Kirchengemeinde St. Albani allerdings noch eine metallurgische Untersuchung in Auftrag geben, um das tatsächliche Ausmaß der Gussfehler und deren Auswirkungen besser beurteilen zu können. Vorliegen soll das Gutachten Ende Oktober. Mühlenberg: „Wir wollen wissen, was passiert ist.“ So sei nicht ausgeschlossen, dass im Guss Luft eingeschlossen sei. Insgesamt gehe der Kirchenvorstand davon aus, dass die Glocken neu gegossen werden müssen.

Die in der vergangenen Woche festgestellten Gussfehler sind nicht die erste Panne bei der Herstellung des neuen Geläuts für St. Albani. Im ersten Anlauf sahen die frisch gegossenen Glocken zwar gut aus, aber der Klang stimmte nicht. Festgestellt wurde das bei einem Probeläuten beim diesjährigen Kirchentag im Mai. Weil der Ton zu tief war, mussten die beiden größeren Glocken neu gegossen werden. Beim zweiten Versuch stimmte dann zwar der Klang, aber dafür war der Guss nicht fehlerfrei.

„Wir geben niemandem eine Schuld“, erklärt Mühlenberg zu der neuerlichen Panne. Bei solchen Werkstücken handele es sich nicht um Industrieware, die am Fließband hergestellt werden könne: „So etwas passiert selten, aber ab und zu schon“, meint die Kirchenvorstandschefin. Weil das Material der Kirchengemeinde gehöre, entstünden ihr wenigstens keine weiteren Kosten.

Alle geplanten Termine inklusive der Predigtreihe und der Glockenweihe am Sonntag, 29. Oktober, wurden nach dem Bekanntwerden der Gussfehler verschoben. Zu völliger Untätigkeit ist die Kirchengemeinde allerdings nicht gezwungen. Am Mittwoch wurde der Glockenstuhl so weit vorbereitet, dass keine weiteren Maßnahmen notwendig werden, wenn die neuen Glocken angeliefert werden.

Die evangelische Kirchengemeinde St. Albani hatte seit Mitte 2013 für das Großprojekt mit vier neuen Glocken 300 000 Euro gesammelt. Auch die Katholiken der benachbarten Paulusgemeinde hatten sich beteiligt. Für die Glocken, die von der Gießerei Petit & Gebr. Edelbrock aus Gescher im Münsterland hergestellt wurden, waren 150 000 Euro veranschlagt. Der Einbau und das neue Läutewerk kosten weitere 150 000 Euro.

Von Matthias Heinzel

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Göttingen
Anzeigenspezial
Die Bilder der Woche vom 18. bis 24. November
Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
Termine

Wo kann man hin, was kann man machen? Hier werden Sie fündig: Das Tageblatt hat die wichtigsten Freizeittipps für Sie zusammengestellt