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Weender Familie streitet mit Stadt um Vorkaufsrecht

Neubaugebiet Weender Familie streitet mit Stadt um Vorkaufsrecht

Die Stadtverwaltung schmiedet offenbar Pläne für ein Neubaugebiet am östlichen Ortsrand von Weende. Die Flächen an der Springstraße liegen allerdings teilweise im Trinkwasserschutzgebiet neben dem Wasserwerk Weendespring. Der Ortsrat ist überrascht und verwundert. Anlieger protestieren. 

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Quelle: Mischke

Die Verwaltung will jedenfalls auf rund zweieinhalb Hektar Land die Hand behalten. Für zwei Teilflächen, die ein Weender neben seinem Haus kaufte, pocht die Stadt auf ein Vorkaufsrecht. Der Weender klagte. Seit einem Jahr liegt der Streitfall vor dem Verwaltungsgericht Göttingen. Ein Termin für eine Entscheidung ist dem Gericht zufolge noch nicht in Sicht. 

Nach Überlegungen der Stadtplaner könnten neben dem Altdorf Weende rund 25000 Quadratmeter für eine Wohnbebauung ausgewiesen werden. In Weende gibt es sonst keine verfügbaren Flächen. Mit diesen Planungsabsichten begründet die Stadt vor Gericht, als Kommune ein allgemeines Vorkaufsrecht beanspruchen zu können. 35 Wohnungen könnten einem Plan zufolge Platz finden. Falls es Probleme mit der Trinkwasserschutzzone II gebe, könnte die Bebauung auch auf einen Streifen am Ortsrand beschränkt werden. Auch in einer Schutzzone könne unter Auflagen gebaut werden, so die Stadt in einer Stellungnahme ans Gericht.

Stadt will „Arrondierung“

Der Weender Reinhard Wundrak und seine Frau sehen das anders und wollen ihre Grundstücke auf jeden Fall behalten. Vor dem Verwaltungsgericht wird das Vorkaufsrecht der Stadt bestritten. Der Bereich am Ortsrand liege in einer Senke und sei ein Sumpfloch, sagte Wundrak in der jüngsten Ortsratssitzung. Er bezweifelt, dass Wohnbebauung in einer Schutzzone überhaupt zulässig sei. Die Stadt wolle sogar ein Vorkaufsrecht für eine Teilfläche ziehen, für die sie bereits eine Befreiung gegeben habe. Von Bebauung sei bisher nicht die Rede gewesen, auf Anfragen habe das Planungsamt sogar bestritten, dass es Pläne gebe. Er wolle eine Obstwiese anlegen und Pferde für die Weender Kinder anschaffen.

Die Ortsratsmitglieder zeigten sich überrascht und verwundert. Von der Stadt gab es noch keine Pläne zur Information des Ortsrates. Auch der letzte landwirtschaftliche Betrieb in Weende, der dort Flächen bewirtschaftet, ist besorgt über mögliche Bebauungsvorhaben.

Die Stadt wolle durch die Wahrnehmung des gesetzlichen Vorkaufsrechts ihre Bauleitplanung sichern, teilte die Verwaltung gestern mit. Es gehe um Bauflächen in der Nähe des Uni-Nordgebietes mit dem Ziel einer Arrondierung im Bereich der Ortsteilsränder. Der Flächennutzungsplan sehe hier „Wohnungsbau“ vor. Einen Bebauungsplan gibt es zurzeit nicht. Derzeit wird erneut ein hydrogeologisches Gutachten erstellt. Bohrungen wurden bereits durchgeführt. 

Von Gerald Kräft

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