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Wehr geöffnet: Grundeis zwingt Werra ins alte Bett

Letzter Heller sinkt um vier Meter Wehr geöffnet: Grundeis zwingt Werra ins alte Bett

Am Sonntagmittag ist der Stau vor dem Kraftwerk Letzter Heller noch gut gefüllt. Gut zwei Stunden später hängen große Eisschollen im schiefen Winkel an den Ufern, hohe Böschungen gähnen, wo im Sommer Boote ankern, der Steg der Wasserski-Anlage ragt weit aus trockenem Grund.

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Boot auf dem Trockenen: Wo sich Schnee und Eis türmen (vorn rechts), staut sich sonst Wasser vor der Kraftwerkturbine.

Quelle: Pförtner

Binnen zweieinhalb Stunden ist der Wasserstand unter der Autobahnbrücke übers Werratal um mehr als vier Meter gesunken. Weil sich Treibeis in riesigen Schollen vor dem Rechenwerk des Kraftwerks türmt und sogar die Bildung von Grundeis droht, hat der Kraftwerkbetreiber Statkraft das Wehr vollständig geöffnet.

Das passiert extrem selten. Edgar Hanke, seit eineinhalb Jahrzehnten für das Wasserkraftwerk verantwortlich, hat einen solchen Fall noch nie erlebt. Selbst im extrem harten Winter 2008 reichte es aus, den Wasserstand um einen halben Meter mehr zu senken, als das üblicherweise getan wird, um Treibgut vor der Rechenanlage des Kraftwerkes davon zu spülen.

Diesmal aber wurde das Schütz des Wehres voll gezogen, um die betagte Technik des Kraftwerkes vor Eisdruck zu schützen. Denn wegen der in kürzester Zeit in Massen aufgestauten Schollen drohte sich so genanntes Grundeis zu bilden, das im unglücklichsten Fall ein ganzes Kraftwerk wegreißen könnte. Die Werra wurde durch die Wehröffnung in ihr altes Bett am Grund des Staubereiches gezwungen. Ungebremst strömen Wassermassen samt Treibeis in den Unterlauf und weiter in die Weser – voraussichtlich noch bis morgen.

Das musste in Abstimmung mit dem Landkreis, der unteren Wasserberhörde, und mit dem Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA) geschehen. Herbert Eggers vom Landkreis hat keine Bedenken. Der Fluss werde für kurze Zeit sogar ökologisch durchgängig. Das WSA will nur wissen, ab wann wieder aufgestaut wird, damit der Pegel der Wasserstraße Weser nicht zu tief fällt.

Fähre stellt Betrieb ein

Dem starken Eisgang hat auch Fährmann Reinhard Bolte Rechnung tragen müssen. Seit Freitag schon verkehrt seine Fähre bei Hemeln nicht mehr. Ab morgen, so hofft er, kreuzt er die Weser wieder. Das Öffnen des Wehres, sagt er, habe er noch im 15 Kilometer entfernten Hemeln bemerkt: mit einer Weser-Welle von gut 20 Zentimetern.

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Von Jürgen Gückel

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