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Ein guter Tropfen für die Studenten

Weinführung in Göttingen Ein guter Tropfen für die Studenten

Was hat Göttingen mit Wein zu tun? Mit dieser Frage hat sich eine von der Tourist-Information angebotene Weinführung befasst. Stadtführerin Margareta Hultsch besuchte mit den Teilnehmern unterschiedliche heutige und ehemalige Weinorte.

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Margareta Hultsch bespricht im Weinkeller des alten Ratskellers historische Dokumente mit den Teilnehmern.

Quelle: ve

Göttingen. Die Frage, wo es in Göttingen Orte des Weins gibt, sei hochaktuell, da es derzeit wieder Versuche gebe, Wein in Göttingen anzubauen. „Hierzu ist der Anfang gemacht, doch bis die ersten Reben geerntet werden können, dauert es drei Jahre“, berichtete sie zu Führungsbeginn. Die Geschichte des Weinanbaus gehe in Göttingen bis in das 14. Jahrhundert zurück. Die ersten Versuche stammten offenbar von einem Weinbauern aus dem Süden. „Allerdings war der Versuch nicht besonders erfolgreich. Denn hier gab es nicht genügend Sonne“, sagte Hultsch. Weinhändler seien nach der Eröffnung der Universität im Jahr 1737 nach Göttingen geholt worden, damit die Studenten einen guten Tropfen zu trinken bekommen konnten. Denn zuvor habe es zahlreiche Beschwerden über den Geschmack des Weins in Göttingen gegeben. „Bei Wein handelt es sich zudem um eine alte Kultur. Er wurde unter anderem auch als Medizin genutzt“, erklärte die Stadtführerin. Auch im religiösen Bereich habe Wein eine lange Tradition. So hätten sich Mönche oftmals mit dem Weinanbau befasst. „Außerdem finden wir Wein auch bereits in der Bibel“, so Hultsch. Insbesondere die Stelle, an der Jesus bei der Hochzeit in Kana Wasser in Wein verwandele, sei vielen im Gedächtnis. Außerdem habe Wein auch durch das Abendmahl, bei dem die evangelischen Christen ihn anders die katholischen auch zu trinken bekommen, eine große Bekanntheit erfahren. Früher seien die Erlöse aus dem Weinverkauf in die Göttinger Stadtkasse geflossen. Hultsch führte die Weininteressierten auch in den Weinkeller des Ratskellers. Dort erklärte sie, wie dort früher der Wein gelagert wurde, und ging auf historische Fakten zum Alten Rathaus ein.

Eine Regelung der Konzessionsverhältnisse für Gast-und Schankwirtschaften stammt aus dem Jahr 1833. Diese präsentierte Hultsch den Teilnehmern. Die Preise für Wein seien damals im Verhältnis zu heute niedrig gewesen. 1786 kam Johann Conradt Bremer nach Göttingen und eröffnete das Wirtshaus „Zur Stadt London“, für das er zuvor die Konzession mit Weinhandel beantragt hatte. „Mittlerweile ist die Weinhandlung in der siebten Generation in Göttingen“, sagte die Stadtführerin. Auch die Bedeutung des Namens des Hauses erklärte sie den Teilnehmern. Dieser sei durch die Verbindung nach Großbritannien zustande gekommen, da die Universität von Georg II. gegründet wurde. „Bei Bremer wurde auf eine ruhige Atmosphäre, in der jeder seinen Wein trinken konnte, Wert gelegt, weshalb hier auch die Studenten nicht übermäßig feiern konnten“, sagte Hultsch. Mit der Eröffnung des Wirtshauses habe Johann Conradt Bremer nicht nur dafür gesorgt, dass die Beschwerden über schlechten Wein nachließen, sondern auch den Grundstein für die Weinhandlung Bremer gelegt. Natürlich durfte daher während der Weinführung auch ein Besuch des Stammhauses an der Oberen Karspüle nicht fehlen.

Während der Mitgliedschaft Göttingens in der Hanse sei der Wein von Rhein und Mosel nach Göttingen transportiert worden. Aufgrund der ehemaligen Hansezugehörigkeit darf hier, wie in anderen Hansestädten auch, Rotspon gehandelt werden. Der Der Name Rotspon rühre daher, dass sich beim Transport das Innere der Fässer rot gefärbt habe. Einer der bekanntesten Göttinger Weintrinker sei Georg Christoph Lichtenberg gewesen. „Er gehörte auch zu denjenigen, die immer ihre Rechnungen bezahlt haben, was damals keine Selbstverständlichkeit war“, erzählte Hultsch schmunzelnd.

Hultsch zeigte ihrer Gruppe nicht nur die Orten, an denen früher Wein gehandelt wurde, sondern auch die, an denen es noch immer Weinhandlungen gibt. Außerdem stand auch ein Besuch des Ortes an, an dem die Trauben damals zur Weinherstellung gekeltert wurden.

Von Vera Wölk

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