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Wettbüros scheren sich nicht um Gesetz

Schließung Wettbüros scheren sich nicht um Gesetz

„Dauerhaft geschlossen“, so Innenminister Uwe Schünemann (CDU) in dieser Woche, habe das Land Niedersachsen 330 von 600 illegalen Wettbüros. Dauerhaft? Nicht in Göttingen.

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Gestern geöffnet: Wettbüro in der Innenstadt.

Quelle: Mischke

Hier wurden zwar nach Angaben der Pressestelle des Innenministers drei der sechs verbotenen Sportwetten-Büros in den vergangenen Wochen dicht gemacht. Von Dauer war das aber nicht. Fünf von sechs Läden nahmen auch gestern Wetten an. Nur ein Wettbüro, das im Papendiek 5, existiert nicht mehr. Hier firmiert nun ein Internetcafé.

In allen anderen Wettbüros herrscht am Nachmittag die übliche Betriebsamkeit. An den wenigen Tischen hinter den abgeklebten Scheiben sitzen konzentrierte Wetter, auf den Flachbildschirmen an den Wänden flimmern Sportereignisse aus aller Welt. Auf Monitoren sind die aktuellen Quoten zu sehen.

Dabei ist die Gesetzeslage eindeutig. In Niedersachsen dürfen nur Lotto-Toto (Oddset) sowie einige lizensierte Buchmacher für Pferdewetten überhaupt Sportwetten anbieten. Wegen deren schlechter Wettquoten meiden Freunde des Glücksspiels jedoch die offiziellen Anbieter, die dem Staat viel Geld einbringen. Sie gehen lieber zu illegalen Wettbüros, in denen ausländische Veranstalter via Internet Sportwetten aus aller Welt abwickeln.

Für die Einhaltung des staatlichen Wettmonopols ist in Niedersachsen einzig das Innenministerium zuständig, das jetzt hart durchgreifen will. In Hannover etwa gelten sämtliche 20 bekannten Wettbüros als geschlossen, ihre Geräte als versiegelt. Diese zu entfernen (Siegelbruch) ist eine Straftat.

„Verfügungen ignoriert“

Die Städte haben lediglich zu melden, wo Wettbüros Sportwetten anbieten. Das sind in Göttingen Läden in der Kurzen Geismarstraße 39, Jüdenstraße 1, Groner Tor 29, Deisterstraße 3 und Gartenstraße 25. In drei der Läden haben Mitarbeiter des Ministeriums bereits den Betrieb formal beendet, in den anderen soll das in den nächsten Tagen folgen. Dennoch geht es unvermindert weiter – so, wie es Ministeriumssprecher Norbert Engemann befürchtet hat: „Untersagungsverfügungen werden ignoriert, die Büros unter anderem Namen wieder aufgemacht oder sie verschwinden in Hinterzimmern.“

Von Jürgen Gückel 
und Erik Westermann

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