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Wie Mitglieder Opfer wurden

Vier Beispiele Wie Mitglieder Opfer wurden

Die Mitglieder des GVW Wirtschaftsclubs kommen aus ganz Südniedersachsen. Anfangs trafen sie sich im Tagungshotel, dann in der Tenne eines Bio-Hofes, wo auch Verkaufsabende für aus Konkursen erworbene Gegenstände, zum Beispiel Computer, organisiert wurden oder angeblich renommierte Wirtschaftsberater Vorträge über Geldanlagen hielten. Viele sind Ärzte, Lehrer, Angestellte oder Kaufleute. Vier Beispiele, wie sie zu Opfern wurden.

Eine Medizinerin aus dem Ostviertel hatte ihre Praxis verkauft und damit rund 400 000 Euro erzielt. Mit der sicheren Anlage überfordert, vertraute sie der vermeintlichen Kompetenz des GVW-Vorstands, legte alles dort an und hat keine Hoffnung mehr, je etwas zurück zu erhalten.

Ein Kollege aus einem Stadtteil hatte ein Haus geerbt und verkauft. Für 200 000 Euro sollte er bei der Bank nur 1,0 Prozent Zinsen erhalten. Ein Patient brachte ihn zum Club, wo ihm zu einer Investition in ein neues Gasgewinnungs-Verfahren in den USA geraten wurde. Das Geld ist weg. In einem Vergleich mit der vermittelnden Wirtschaftssozietät erreichte er, dass er wenigstens ein Zehntel der Einlage zurück erhalten soll. Weil er zudem in eine Firma für Aquarienzubehör investierte und dafür sein Haus belastete, zahlt er noch viele Jahre seine Hypothek ab. Die vorgeschaltete Finanzierungsfirma, bei der er Teilhaber wurde, ist pleite. Er hatte hohe Umsatzsteuern zu entrichten und muss womöglich für den Konkurs haften.

Ein Göttinger in Geldnot wollte dennoch mitmachen beim GVW. Bei der Bank erhielt er 165 000 Euro Hypothek (4,8 Prozent Zinsen) auf sein Haus, wovon er 100 000 im GVW zum Weiterverleihen anlegte (7 Prozent). Den Rest konnte er selber nutzen. Das Konzept gaukelte ihm vor, dass man allein aus dem Zinsunterschied Zinsen und Abtrag bei der Bank zahlen könne. 100 000 Euro sind weg, die Hypothek aufs Haus noch da.

Eine Göttingerin verlieh über den GVW 60 000 Euro an ein anderes Mitglied zu 7 Prozent Zinsen. Die Frau löste damit nur einen anderen Kredit bei einem GVW-Mitglied ab. Dennoch wurde sie der Kreditgeberin als seriös, das Geschäft als sicher dargestellt. Inzwischen ist sie im Privatkonkurs. Eine Klage ist anhängig, aber wohl vergeblich.

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15 Monate

Der Verdacht ist fast drei Jahre alt. Am 30. März 2008 erstattete ein Mitglied aus dem engeren Zirkel des Wirtschaftsclubs Strafanzeige.

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