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Wildkatze Leni: Auswilderung im Frühjahr

Verletzungen auskuriert Wildkatze Leni: Auswilderung im Frühjahr

Die wilde Leni ist wieder gesund. Und sie hat Göttingen verlassen. Kurz vor Weihnachten ist die Wildkatze in das Nabu-Artenschutzzentrum Leiferde bei Gifhorn umgezogen. Dort wird sie über den Winter gemeinsam mit zwei anderen jungen Artgenossinnen weiter aufgepäppelt. Im Frühjahr soll das Damen-Trio dann im Harz ausgewildert werden.

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Damentrio: Leni fühlt sich unter ihren Artgenossen in Leiferde kuschelig wohl.

Quelle: Nabu/Rogoschik

Göttingen/Leiferde. Das Schicksal der Wildkatze Leni und ihre Fotos im Tageblatt haben viele Menschen berührt. Jörn Schwill  hatte die  junge Katze Ende September bei Elliehausen schwer verletzt und von der Mutter zurückgelassen in einem Straßengraben gefunden. Ein Schienbein war gebrochen, sie war vermutlich überfahren worden.

Hinzu kamen Katzenflöhe und ein Bandwurm. Schwill nahm sie auf, taufte sie Leni, brachte das ungewöhnlich scheue und aggressive Tier zunächst ins Katzenhaus Luttertal, dann in die Tierarztpraxis Wystub. Tierärzten Sylvia Kasper operierte und versorgte Leni zunächst weiter. Leni blieb extrem wild und verhielt sich anders als wilde Hauskatzen. Schließlich bestätigte eine DNA-Analyse, dass sie eine echte Wildkatze ist. Eine Besonderheit: Die europäische Wildkatze gehört zu den bedrohten Arten und steht unter Schutz.

Inzwischen kümmert sich der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) weiter um Leni. Unmittelbar vor Weihnachten zog sie um ins Artenschutzzentrum Leiferde. Am ersten Tag habe sie sich noch verkrochen, berichtet Nabu-Mitarbeiter Joachim Neumann, dann sei sie schon auf einen Baum geklettert. Ein Zeichen dafür, dass ihr gebrochenes Bein wieder voll funktionsfähig ist, freut sich Tierärztin Kasper.

Am zweiten Tag in Leiferde war Leni plötzlich verschwunden. Stationsleiterin Bärbel Rogoschik entdeckte sie in einem ausgehöhlten Baumstumpf: wild fauchend und spuckend, aber eng aneinander gekuschelt bei ihren beiden Mitbewohnerinnen. Die beiden anderen Wildkatzen stammen aus dem Harz und waren im November über das Tierheim Wolfenbüttel ins Artenschutzzentrum gekommen.

Die drei Jungkatzen sollen in Leiferde über den Winter „erwachsen werden und jagen lernen“, erklärt Rogoschik. Im Frühjahr sollen die Tiere dann über die Wildkatzenstationen des Naturschutzbundes im Harz ausgewildert werden. Vielleicht zieht es Leni dann über Wald-Korridore und die Waaker Wildkatzenbrücke wieder in die Region.

Artenschutzzentrum
Im Nabu-Artenschutzzentrum in Leiferde, 1980 gegründet, werden hilfsbedürftige einheimische Wildtiere gepflegt und so früh wie möglich wieder ausgewildert. Das Zentrum versorgt rund 2000 Tiere aus 200 Arten pro Jahr.
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Sie stehen unter besonderem Schutz und sind so scheu, dass nur wenige sie zu Gesicht bekommen. Jetzt hat ein Elliehäuser eine echte Wildkatze vor dem sicheren Tod bewahrt. Im Oktober fand Jörn Schwill das gerade einmal drei Wochen alte Tier am Straßenrand. Ein Bein war gebrochen, offenbar war die Katze überfahren worden. Inzwischen hat eine Göttinger Tierärztin sie erfolgreich operiert. Naturschützer und Wildkatzen-Experten sind begeistert. Und wenn der Winter vorüber ist, soll Leni wieder ausgewildert werden.  

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