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Wilfried Roselieb streitet seit einem Jahr mit dem Wasserverband

Schmutzwasser Wilfried Roselieb streitet seit einem Jahr mit dem Wasserverband

Wilfried Roselieb ist schockiert. Das Schmutzwasser aus seinem Haus fließt über den Regenwasserkanal bis in die Leine – und das seit 40 Jahren. Damals muss die von der Gemeinde beauftragte Firma die Anschlüsse vertauscht haben, meint Roselieb. Er aber soll nun für die Instandsetzung aufkommen. Das führte zu Streit mit dem Wasserverband Leine-Süd.

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Roselieb zeigt die Stelle auf seinem Grundstück: Hier wurde unter der Erde bei den Wasseranschlüssen geschludert.

Quelle: Hinzmann

Vor gut einem Jahr erregte ein verschmutzter Bach in Groß Schneen die Gemüter. Der Wasserverband Leine-Süd reagierte prompt und überprüfte die Häuser in der näheren Umgebung. Darunter fiel auch das Haus von Wilfried Roselieb. Bei dieser sogenannten Benebelung stellte man fest, dass an seinem Haus die Anschlüsse vertauscht waren. „Das Schmutzwasser läuft ins Regenwasser und darüber bis in die Leine“, erklärt Roselieb. „Und das seit 40 Jahren.“

Roselieb war schockiert – und auch etwas verwundert. Denn keiner Behörde war dieser Missstand jemals aufgefallen, den seiner Meinung nach die Firma zu verantworten hat, die damals im Auftrag der Gemeinde die Anschlüsse legte. So heißt es im Rohbauabnahmeschein des Landkreises Göttingen aus dem Jahr 1967: „Die Rohbauabnahme der Abwasserbeseitigungsanlage auf Ihrem Grundstück hat zu keiner Beanstandung geführt.“ Ein fataler Trugschluss.

Post vom Wasserverband

Roselieb bekam einige Wochen nach der Benebelung, genauer gesagt am 5. Februar 2008, Post vom Wasserverband, der ihn aufforderte, „Ihre Abwasseranlage satzungsgerecht herzustellen“. Doch Roselieb ging das alles ein wenig zu schnell. Er begann zu recherchieren. Warum sollte er für die Fehler anderer aufkommen? Der Wasserverband jedoch machte weiter Druck, schrieb wieder (21. Februar), und wieder (23. Mai), und wieder (6. Juni) – der Ton wurde schärfer. Roselieb fühlte sich unter Druck gesetzt und ärgerte sich zusehends über das unpersönliche Vorgehen des Wasserverbandes. Außerdem wusste er nicht, woher er so schnell das Geld für die Arbeiten nehmen sollte.

Frist gesetzt 

Am 25. August eskalierte der Streit. Der Wasserverband setzte eine letzte Frist bis zum 23. September. Roselieb ging gegen diesen Bescheid gerichtlich vor und bekam Recht. Der Verband trug die Kosten des Verfahrens. Doch damit war die Sache noch lange nicht vom Tisch. Im Gegenteil.

Am 12. Dezember trafen sich die zerstrittenen Parteien vor Ort in Groß Schneen (der Wasserverband hat übrigens eine Kanzlei aus Bremen mit dem Fall beauftragt) und einigten sich im Beisein eines Richters des Verwaltungsgerichtes Göttingen auf einen Vergleich. Demnach sollte der Wasserverband das Geld für die Bauarbeiten in Höhe von bis zu 6000 Euro auslegen. Zudem trug er erneut die Kosten des Verfahrens. Roselieb wurde ermöglicht, das Geld in 100-Euro-Raten abzustottern. Alle waren zufrieden. Bis Roselieb Wochen später selbst einige Angebote von Baufirmen einholte und aufschreckte. Fünf der acht Angebote lagen unter 3000 Euro. „Und ich soll 6000 Euro zahlen“, ereifert er sich. „Das kann doch nicht wahr sein.“ Er teilte dem Verband daraufhin mit, er werde die Arbeiten selbst ausführen lassen. Zudem stellte er einen Antrag auf Berichtigung des Vergleichs, doch der wurde abgelehnt. Mehr noch: „Zur Vermeidung der Zwangsvollstreckung“ setzte ihm das Gericht eine Frist, die Arbeiten auf seinem Grundstück durchführen zu lassen. Roselieb aber denkt gar nicht daran. 

Und was sagt der Wasserverband? Der beruft sich auf den geschlossenen Vergleich. Außerdem habe Roselieb beim Einholen der Angebote wichtige Arbeiten nicht angegeben, wodurch sich der niedrige Preis von unter 3000 Euro ergebe. Im Übrigen handele es sich bei den Firmen nicht um Fachfirmen für Abwasseranlagen. Roselieb ist empört. „Unverschämt“, sagt der 67-Jährige. „Wenn man mir nicht ständig Knüppel zwischen die Beine werfen würde, wäre die Sache längst erledigt.“

                                                                                                                                      Von Andreas Fuhrmann

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