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Windräder und Energiewende: Deppoldshausen will „Preis nicht zahlen“

Debatte in Weender Festhalle Windräder und Energiewende: Deppoldshausen will „Preis nicht zahlen“

Gegen eine Energiewende hin zu mehr erneuerbaren Energien spricht so gut wie niemand, aber gegen Pläne der Stadt, den Bau neuer, 200 Meter hoher Windräder auf mehreren Flächen zu ermöglichen, regt sich Widerstand. Die Deppoldshäuser wären besonders betroffen. Für die kleine „Streusiedlung“ soll nach derzeitigem Stand ein Mindestabstand von 500 statt 1000 Metern gelten.

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Windrad-Debatte in der Weender Festhalle mit Stadtbaurat Thomas Dienberg (r.): Energiewende in der Stadt nur mit Windrädern in Deppoldshausen?

Quelle: Heller

Weende. Beifall gibt es am Dienstagabend in der Weender Festhalle sowohl bei Argumenten für Windradpläne im Stadtgebiet, als auch bei Argumenten gegen das Vorhaben. Rund 70 Besucher sind zur ersten Bürgerversammlung der Stadt zum Thema „Windenergie in Göttingen“ gekommen. Das Treffen ist Teil des Verfahrens, den Flächennutzungsplan zu ändern, um Vorranggebiete für Windräder auszuweisen. Bislang gibt es solche Gebiete im Stadtgebiet nicht.

68 Meter hohe Strommasten seien der Stadtverwaltung zu hoch, beklagt Michael Kolbe Gerald Weischede aus Deppoldshausen, „aber uns will die Stadt 200 Meter hohe Industrieanlagen vor die Nase stellen.“ Neben Rotmilane gebe es in Deppoldshausen auch Wanderfalken, Schwarzstörche und Feldhamster. Sein Nachbar Gerald Weischede verweist auf mögliche Beeinträchtigungen von Lärm, Infraschall und Schlagschatten. „Wir werden vertrieben“, so der Deppoldshäuser, „wir wollen diesen Preis nicht zahlen, sondern nur so behandelt werden wie andere Ortsteile auch.“

Investoren können sich „durchklagen“

Fachdienstleiterin Dinah Epperlein verweist auf die Klimaschutzziele des Stadtrates. Ohne Flächennutzungsplan könnten sich Investoren trotz Landschaftsschutzgebiete „durchklagen“, warnte sie. Windräder seien im Außenbereich privilegiert, so Stadtbaurat Thomas Dienberg. Die Vorgabe für Kommunen sei, Windenergie müsse „substantiell Raum“ gegeben werden. Auch der Wald als Standort werde sicherlich noch einmal betrachtet. Bislang ist das in Niedersachsen nur als Ausnahme möglich.

Windenergie sei derzeit die effizienteste Variante, sagt Jörg Klapproth, Geschäftsführer der Diemardener Wind-Gesellschaft, die drei Windräder in Gleichen baut. Dollarzeichen in den Augen von Grundeigentümern könne er verstehen, so Weendes stellvertretender Ortsbürgermeister Hans Otto Arnold (CDU), ein Standort bringe mindestens 20 000 Euro im Jahr. Er fühle sich zwischen „Baum und Borke“, sagt Stadtwerke-Geschäftsführer Gerd Rappenecker. Die Stadtwerke würden Windradbau „mit Augenmaß“ betreiben. Die Stadtwerke seien eine Gesellschaft für die Bürger, Gewinne gingen an die Stadt. Die Stadtwerke wollen drei bis vier Windräder auf die Deppoldshäuser Hochfläche stellen. Der Boden gehört der Klosterkammer, gepachtet von der Uni.

Ein weiterer Informationsabend zur Windkraft findet um 19 Uhr am Donnerstag  im Moritz-Jahn-Haus, Am Geismar Thie 1, statt. Ergebnisse aus den Veranstaltungen werden am Dienstag, 12. März, ab 19 Uhr im Ratssaal des Neuen Rathauses vorgestellt und erörtert.
Infos unter: windenergie.goettingen.de
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