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„Wir Ausländer müssen zusammenhalten“

Kinderfilmpreis „Wir Ausländer müssen zusammenhalten“

Was ist Heimat? Mit dieser Frage haben sich 50 Jugendliche aus Grone beschäftigt. Mit Hilfe von Theaterpädagogen und Filmprofis fassten sie die Antworten in fünf Kurzfilmen zusammen, die in der Musa prämiert wurden.

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Prämierungsfeier in der Musa: Junge Filmemacher aus Grone haben sich mit dem Thema Heimat befasst.

Quelle: Heller

Die Idee für das Filmprojekt  „Fremde/Heimat“ kam der Projektleiterin Gabi Radinger bei der ersten Integrationskonferenz. „Erwachsene diskutierten dort über Integrationskonzepte.“ Sie finde es interessant, die Meinung der Kinder zu hören. 50 Jugendliche aus 15 verschiedenen Nationen lässt die Weststadtkonferenz in der Musa nun zu Wort kommen. Der große Saal des Kulturzentrums ist gut gefüllt. In den ersten Reihen sitzen die Darsteller, die in den Filmen mitgespielt haben, unruhig auf ihren Stühlen. Bei der Aufführung der Hip-Hop-Gruppe „Squeezy Cheeks“ aus Göttingen können sich einige nicht mehr auf den Plätzen halten.

Unterschiedliche Wege

Kein Film gleicht dem anderen: Sehr unterschiedlich gehen die Jugendlichen zwischen sechs und 17 Jahren an die Fragestellung heran. Für Kinder aus der Kindertagesstätte Elisabeth-Heimpel-Haus ist Heimat gleichbedeutend mit Tanz und Sprache, Rhythmus und Gemeinschaft. „Wir Kinder vom Maschmühlenweg“ heißt der Beitrag, der vor allem durch seine Bilder auffällt. Kinder tanzen, singen, begrüßen sich auf ländertypische Art, mal mit Handschlag, mal mit Verbeugung.

Im Kurzfilm von Sparta Göttingen begleitet die Kamera  unter anderem zwei Jugendliche. „Du meckerst die ganze Zeit über die Ausländer? Und du, was bist du?“ Der Angesprochene hält seinen Personalausweis in die Kamera. „Und deine Eltern?“ – „Die sind inzwischen auch deutsch.“

Die Hagenberg-Schüler sollen im Film einen Aufsatz schreiben. In ihren Gedanken gleiten sie ab. Als Tagesschausprecher oder in einer Kochsendung erklären die Darsteller Aspekte ihrer Heimat. 

Der Film aus der Kindertagesstätte Pfalz-Grona-Breite erinnert weite Strecken an die TV-Serie „Dingsda“, in der Kinder Begriffe erklären, welche die Zuschauer erraten müssen. 

Das Jugendhilfezentrum Göttingen am Hagenberg geht andere Wege: In einer Spielfilm-Szene wird der blutige Konflikt zwischen der „bunten“ und der „Albaner-Russen-Gang“ aufgezeigt. Da werden schon am Boden liegende Gegner getreten und stolz erzählt, dass man sich ein Butterfly-Messer gekauft habee. Am Ende versöhnen sich die Gangs. „Wir Ausländer müssen zusammenhalten“, lautet das Fazit des Werks. 

Die DVDs „Fremde/Heimat“ können in der Musa erworben werden. Telefon: 0551/ 64353. Ein Video gibt es hier.

Von Florian Heinz

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