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Wohnen statt Gewerbe: Flächen im Stadtgebiet Göttingen

Umwandlungspläne Wohnen statt Gewerbe: Flächen im Stadtgebiet Göttingen

Wohnen in der Stadt Göttingen – möglichst innenstadtnah. Statt weitere große Neubaugebiete in den Außenbezirken und Ortsteilen auszuweisen, ist die Stadt in den vergangenen Jahren dazu übergegangen, verstärkt Baulücken zu schließen und brachliegende Flächen für Wohnungsbau umzunutzen.

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Flächenkonversation in Göttingen - die Grafik in höherer Auflösung finden Sie als Download am Ende des Artikels.

Quelle: NE

Göttingen. So sind, nach Auskunft der Stadtverwaltung, in den vergangenen 20 Jahren 13 Gebiete durch sogenannte Konversion einer Wohnnutzung zugeführt worden. Zu den größten Projekte dabei gehören die Umwandlung des ehemaligen Bundeswehrkasernengeländes zum Wohngebiet Zietenterrassen oder der Abriss und die Umnutzung des Geländes der ehemaligen Rechtsmedizin im Windausweg. Am Windausweg sind in Zusammenarbeit der drei großen Göttinger Wohnungsgesellschaften Wohnungen entstanden. Dort wurden seit 2007 für rund 40 Millionen Euro mehr als 200 Wohnungen gebaut. Zu den Gebieten, in denen die Konversion bereits abgeschlossen ist, gehören unter anderem auch die ehemalige Stadtgärtnerei an der Schillerwiese oder auch die Nachnutzung des ehemaligen Lünemann-Areals in der Kurzen-Geismar-Straße.

52 Hektar Wohnbauflächen

In einer Antwort auf eine Anfrage, die die Grünen im Rat an die Bauverwaltung gestellt haben, heißt es dass bis 2011 knapp 52 Hektar Wohnbauflächen durch Konversion entwickelt werden konnten. Dadurch seien  1471 Wohneinheiten auf diesen Flächen entstanden, teilt Stadtbaurat Thomas Dienberg mit. „Bei einem Faktor 2,5 Einwohner pro Wohneinheit ergibt dies eine Summe von rund 3670 Einwohnern.“ Darüber hinaus, so Dienberg, seien auch gewerbliche durch Konversion entwickelt worden. „Hier beläuft sich die Flächengröße in der Summe auf rund 33,5 Hektar.“
Sieben Flächen weist ein von der Verwaltung vorgelegter Plan zur Flächen-Konversion im Stadtgebiet, aus, auf denen Platz für Gewerbe geschaffen wurde. Dazu gehören unter anderem die Güterverkehrszentren I und II, das Lokhallenareal oder das Glunz-Gelände in Grone.

Nonnenstieg umstrittenstes Projekt

Nach der von der Stadt präsentierten Liste befinden sich derzeit 15 Wohnbauflächen-Konversionen in der Planung oder Umsetzung. Diese haben nach Dienbergs Auskunft eine Größenordnung von rund 24 Hektar. „Dies entspricht rund 1150 Wohneinheiten mit rund 2860 Einwohnern“, sagt Dienberg. Hier gehört das ehemalige Gelände des Institutes für den wissenschaftlichen Film im Nonnenstieg zu den größten Projekten – und zu den umstrittensten, begleitet vom Protest der Anwohner. Weitere Flächen in Planung und Umsetzung sind etwa das ehemalige Huhtamaki-Gelände in Weende, das Areal der Gothaer Versicherung oder das Gelände des ehemaligen Sternkinos.

Baulücken auf rund 20 Hektar

Nach Plänen der Stadt sollen auch längerfristig Flächen im bebauten Bereich für die Wohnnutzung entwickelt werden. „Die Potenziale summieren sich nach dem derzeitigen Stand einschließlich der Baulücken auf rund 20 Hektar und 650 Wohneinheiten“, sagt Dienberg.
Dass die Bebauung gerade von Baulücken in einem gewachsenen Wohnviertel zu Problemen führen kann, hat jüngst die Auseinandersetzung um einen geplanten Neubau der Wohnungsgenossenschaft in der Straße Am Kreuze gezeigt. Eine geänderte Gesetzgebung lässt inzwischen eine dichtere Bebauung zu.

Wohnbauflächen zur Eigentumsbildung

In ihrem Städtebauleitbild 2020 von 2007 hatte die Stadt das „Wohnen in der Stadt“ als eines der Ziele formuliert. Auch wolle Göttingen „innovative Wohnungsbauformen fördern. „Insbesondere in innerstädtischen Lagen sind bei entsprechender Nachfrage auch dichtere Bauformen anzustreben“, heißt es im Leitbild. Ziel soll es weiter sein, „zuziehenden Haushalten und Familien ein preiswertes Angebot an Wohnbauflächen zur Eigentumsbildung“ zu bieten. „Hier sind insbesondere auch innerstädtische Standorte anzubieten. Die Möglichkeiten zur Nachnutzung von Brachflächen werden ausgeschöpft.“ Zudem ist als Ziel formuliert, Bauland zu „konkurrenzfähigen Preisen insbesondere auf städtischen Grundstücken zur Verfügung“ zu stellen und „die Möglichkeiten des Planungsrechts“ zu nutzen.

Stadt der kurzen Wege

„Göttingen entwickelt sich auf planvolle Weise zunehmend zu einer kompakten Stadt der kurzen Wege – als Gegenentwurf zu einer zersiedelten Flächenstadt“, kommentiert der baupolitische Sprecher der Grünen, Ulrich Holefleisch, die Entwicklung Göttingens. Der vom Rat beschlossene Grundsatz des Verwaltungshandelns laute: „Binnenentwicklung vor Außenentwicklung“. So sei es politisches Ziel, „die Verkehrsbeziehungen und Fahrzeiten zwischen Wohnen, Arbeit und Freizeit im Stadtgebiet sowie den Weg in die umgebenden Naherholungsräume möglichst kurz zu halten“. Der Energieverbrauch und umweltschädliche Emissionen sollen dadurch „so weit wie möglich“ vermieden werden, erläutert Holefleisch.

Zietenterrassen (links): Die Umwandlung vom Kasernengelände zum Wohngebiet ist abgeschlossen. Brauweg (rechts): Auf dem ehemaligen Brauereigelände entstehen innenstadtnah neue Wohnungen. CH

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