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Wohnmobil-Mafia mit falschen Ausweispapieren

330 000 Euro Schaden? Wohnmobil-Mafia mit falschen Ausweispapieren

Der Kunde wirkt seriös. Mal trägt er ein Oberlippenbärtchen, mal eine Nickelbrille. Mal heißt er Wolfgang Kr. und ist 61, mal Walter K., 60. In Wahrheit ist er ein Gauner, ein mehrfach vorbestrafter Betrüger, der mit falschen Papieren deutschlandweit teure Wohnmobile mietet, sie dann unterschlägt und via Internet bei Ebay oder mobile.de zu Geld macht. Doch am Montag wurde er erwischt.

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Quelle: dpa (Symbolfoto)

Hardegsen/Hildesheim. Der wahre Name des in Hildesheim lebenden Mannes ist Walter H. K., 60. Demnächst muss er sich in Hildesheim wieder vor dem Richter verantworten, weil er ein Auto mit manipuliertem Tachostand verkauft haben soll. Was ihm die Staatsanwaltschaft Göttingen jetzt vorwirft, wiegt aber schwerer.

K.  hat vor wenigen Tagen im Landkreis Nordfriesland ein Luxus-Wohnmobil der Marke Concorde Credo gemietet. Dabei legte er einen gefälschten Ausweis vor. Binnen kürzester Zeit tauchte das Gefährt (Neupreis 150 000 Euro) im Internet als Schnäppchen für nur 84 500 Euro Verhandlungsbasis auf – 20 000 Euro unter Wert. Doch weil die Vermieter-Branche aufmerksam, die Masche nicht neu ist, hält man sich  untereinander auf dem Laufenden.

Beamter sah sich heimlich das Kaufobjekt an

Ein Kollege aus Kassel gab sich  als Interessent aus und ließ sich auch von der rührseligen Geschichte K.s, ein Angehöriger sei krank und man habe Geldnot, nicht blenden. Er gab der Göttinger Polizei einen Tipp. Ein Beamter sah sich heimlich das Kaufobjekt an, sah, dass die Fahrgestellnummer zum unterschlagenen Fahrzeug passte und benachrichtigte die Northeimer Kollegen. Die schlugen zu, als sich Verkäufer und vermeintlicher Interessent am Montag in einer Scheune in einem Ortsteil von Hardegsen trafen. K. wurde festgenommen. Er hat schon gestanden.

Doch die Ermittlungen gehen weiter. Branchenkenner glauben, dass auf K.s Konto und das seiner Hintermänner mindestens vier Wohnmobil-unterschlagungen seit Sommer 2010 mit einem Schaden von 330 000 Euro gehen. Dabei seien jeweils Ausweispapiere genutzt worden, die aus einem Einbruch ins Einwohnermeldeamt der Stadt Mülheim an der Ruhr stammen.

145 000 Euro teures Luxus-Reisemobil gemietet

Vor genau einem Jahr etwa hatte K. schon einmal unter falschem Namen im bayerischen Ebern ein 145 000 Euro teures Luxus-Reisemobil gemietet, es unterschlagen und bei Ebay versteigert. Ein Kfz-Händler hatte es gutgläubig für 70 000 Euro erworben. Weil er ordnungsgemäße Zulassungsdokumente erhielt – ebenfalls aus dem Einbruch in Mülheim –, mussten nach langem Rechtsstreit, geprellter Vermieter und gutgläubiger Käufer, Federn lassen. Jetzt sucht die Polizei offenbar nach den Hintermännern, die mit den gestohlenen Blankopapieren handeln.

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Angemietetes Wohnmobil zum Kauf angeboten

Ein zuvor angemietetes hochwertiges Wohnmobil versuchte ein 60 Jahre alter Hildesheimer in den letzten Tagen über das Internet zu verkaufen. Der günstige Kaufpreis von 84500 Euro lag gut 20000 Euro unterhalb des tatsächlichen Verkaufswertes. Ermittlern der Göttinger, Hildesheimer und Northeimer Polizei gelang es gestern, den Betrüger nach einem Zeugenhinweis zu überführen und festzunehmen. Nach seiner Vernehmung wurde der Hildesheimer wieder auf freien Fuß gesetzt.

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