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Wohnzimmer-Wahlkampf mit Siegfried Lieske und Schmalzbrot

Auf Hausbesuch Wohnzimmer-Wahlkampf mit Siegfried Lieske und Schmalzbrot

Ein wenig frustriert ist er schon. Da hat er sich am Morgen noch extra auf dieses Thema vorbereitet und jetzt bei Schmalzbrot mit Gürkchen frühzeitig den Diskussionsköder ausgeworfen – und dann interessiert es in dieser Runde kaum.

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Schnittchen, Bier und Diskussionen: Wahlparty im Wohnzimmer von Anja Abramowski (r.) mit Kandidat Siegfried Lieske (2. v. r.) .

Quelle: Vetter

Weende. Kein Wunder, die wenigsten kommen aus Weende und haben vor ihrer Haustür in Grone, Elliehausen oder Deppoldshausen ganz andere Baustellen als ein bedrohtes Freibad.

Aber Siegfried Lieske überspielt seine Verwunderung schnell. Im Gegenteil: Es scheint den 59-jährigen Oberbürgermeisterkandidaten der Grünen eher zu reizen, in gemütlicher Runde und ohne Fluchtmöglichkeit auch unangenehme Fragen zu diskutieren.

Und die Runde im Wohnzimmer von Jutta Abramowski schont ihn nicht, auch wenn die Atmosphäre bei Bier, Wasser, Schnittchen und dezentem Licht fast familiär ist. „Wahlparty im Wohnzimmer“ nennen Lieske und sein Team diese bisher ungewöhnliche Form des Wahlkampfes.

Es ist die Steigerung des Klingel-Wahlkampfes mit Gesprächen an der Haustür – „und es passt einfach zu mir“, sagt Lieske.

„Ungezwungen über Stadtpolitik geplaudert“

Der Schul- und Jugenddezernent der Stadt kandidiert für den Posten des Göttinger Oberbürgermeisters. Am 25. Mai wird gewählt. Bis dahin können Interessierte Lieske an einem freien Abend buchen – etwa 15 Termine sind schon vergeben.

Das Verfahren: Die Gastgeber laden zwölf bis 15 weitere Gäste ein und „Lieske kommt dazu, wenn Sie sich schon mit Getränken und Snacks versorgt haben“, heißt es auf seiner Internetseite. Dann wird „ungezwungen über Stadtpolitik geplaudert“.

„Eine super Idee“, sagt Abramowski. Die Gastgeberin an diesem Abend ist selbst in Weende politisch aktive Grüne, eingeladen hat sie allerdings Nachbarn, Freunde und Kollegen, die Lieske auch gerne mit ungeliebten Themen löchern sollen.

„Das ist auf jeden Fall mal etwas anderes“, sagt Anne Kautz aus Elliehausen. „Es hat ein bisschen was von Tupperparty“, scherzt Anja Rohloff-Eckardt aus Grone. Das passt, auch wenn Lieske keine Plastikschalen verkauft, sondern zu jedem Thema vor allem seine Visionen von einer „offenen und ehrlichen Verwaltung“, die bei wichtigen Entscheidungen Bürger und außenstehende Experten einbindet.

Das heißt für ihn: „vor allem miteinander reden“. Und Lieske plaudert sichtlich gerne, auch auf einer Wahlparty im Wohnzimmer:

  • über die Sorge der Gäste, dass Riesenwindräder bald ihre Wohnqualität in Deppoldshausen zerstören
  •  dass die Grundschule in Elliehausen für das geplante Ganztagsschulangebot nicht ausreichend ausgestattet ist
  •  dass Eltern trotz – oder wegen – neuer Gesamtschulen eigentlich keine wirkliche Freiheit bei der Schulwahl für ihre Kinder haben
  •  dass es immer noch zu wenig gute Radwege gibt; und dass das Jahnstadion viel Geld verschlingt, aber kaum genutzt wird – zu Lasten des Maschpark-Stadions.

Lieske hört zu, erklärt und räumt auch mal ein: „Ganz ehrlich, dazu habe ich noch keine Meinung.“ Die hat er seit dem Morgen allerdings zum Freibad Weende: „Da war ich tatsächlich zum ersten Mal – und verstehe die Weender.“

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