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Zehn Jahre Haft und Psychiatrie

Kinderschänder gefährlich Zehn Jahre Haft und Psychiatrie

Zehn Jahre Gefängnis und Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus. So lautet das Urteil gegen einen 44 Jahre alten Handwerker aus einem Stadtteil Göttingens. Er ist in 30 Fällen des Missbrauchs und der sexuellen Nötigung eines Kindes schuldig, in drei dieser Fälle gar in besonders schwerer Weise.

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Quelle: dpa

Göttingen. Weil er dabei wegen einer schweren seelischen Abartigkeit im Zustand eingeschränkter Steuerungsfähigkeit handelte und ihn ein Hang zu Pädophilie und Sadismus zugleich für andere potenzielle Opfer gefährlich macht, muss er sich im Maßregelvollzug einer mutmaßlich jahrelangen Therapie unterziehen.

Der ehemalige Feuerwehrmann, der bereits 1996 nach einem Feuerwehrfest eine junge Frau vergewaltigt hatte, gestand, sich fünf Jahre lang immer wieder an seinem Patenkind, einer anfangs sechs Jahre alten Großnichte, vergangen zu haben. Auf mehr als 200 DVDs hatte der Mann seine Taten dokumentiert – mutmaßlich waren es mehr als doppelt so viele Verbrechen, als nach der Auswertung des unzählige Stunden langen Filmmaterials angeklagt wurden.

Dabei, so das Gericht in der Urteilsbegründung, seien die Filme in den letzten Monaten vor Aufdeckung der Verbrechen regelrecht zur Obsession geworden, denn der 44-Jährige habe viele Szenen immer wieder neu zusammengeschnitten und dadurch das Opfer „durchgängig zum Objekt seiner sexuellen Begierden gemacht“, sagte Richter Matthias Koller. Unfassbar sei es, dass die Taten fünf Jahre unentdeckt blieben, zumal Filme davon stets offen in seiner Wohnung lagen.

Erschwerend wirkte es, dass der Täter das Kind bei seinem Missbrauch immer wieder gewürgt, gedrosselt oder es mit Kissen auf dem Gesicht in massive Atemnot gebracht habe. Anfangs seien es noch fast spielerische Nachahmungen von Szenen aus Gewaltfilmen gewesen, später habe sich die Intensität der Gewalt mehr und mehr gesteigert.

Der Angeklagte hat alle Taten gestanden und der heute Elfjährigen die Aussage erspart. Er könne sich sein Verhalten nicht erklären und stimme der Unterbringung zu, sagte er.

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