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Zirkus mit Familienanschluss

Premiere Zirkus mit Familienanschluss

Für einige Artisten des Circus Moreno wird der Name der Stadt Northeim – für rund acht Tage Spielort – mit schmerzlichen Erinnerungen verbunden sein. Kurz nach der Ankunft zog sich Jongleur Alcaraz eine Platzwunde am Kopf zu, nicht etwa in der Manege, sondern beim Fußballspielen. Die 13-jährige Cecile, Schlangenmädchen und Tochter des Direktorenehepaars Sperlich-Moreno, bekam vorbereitend für ihre Zahnspange zwei Zähne gezogen. Selbst wenn es noch wehtut: Beide stehen heute Abend in der Manege.

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Akteure in der Manege: Jongleur Alcaraz, Clown Spaghetti, Nico und Joy mit den Kamelen Kenia und Sultan.

Quelle: Hinzmann

Vormittag am Northeimer Mühlenanger: Ramon Sperlich und die übrigen Männer bauen das Kuppelzelt auf. Ehefrau Cornelia, in der Manege Conchita Moreno, hat den Zahnarztbesuch mit Tochter Cecile bereits hinter sich gebracht, führt jetzt als Managerin Telefonate, treibt die Kinder an, ihre Schulaufgaben zu erledigen, empfängt Tageblatt-Mitarbeiterinnen und bereitet das Mittagessen vor. Außerdem kümmert sie sich um die Kostüme, steht abends als Ansagerin in der Manege, tanzt dort regelmäßig auch auf dem Seil: Arbeitsalltag einer Familienunternehmerin.

Zu einem großen Teil bestreiten ihre Angehörigen das zweistündige Programm – wie Ehemann Ramon mit seiner Pferdedressur, Cecile als biegsame Akrobatin, der neunjährige Taro als Clown. Den Kindern reisen dreimal wöchentlich Lehrer aus einer Schule für Zirkuskinder hinterher, das übrige Lehrpensum erarbeiten sie per Fernstudium. Zu sehen sind während der Vorstellungen außerdem Sina und Maylee mit Artistik unter der Zirkuskuppel sowie Taros Clownbrüder Spaghetti und Banane. Auch Tiere treten auf: die Zwillingskamele Kenia und Sultan, die Lamas Benji und Karacho, Ziegen, Hunde, Esel, Ponys und Pferde, „allerdings keine Wildtiere wie Affen, Schlangen oder Raubtiere, die sind schwierig zu halten“, sagt Conchita Moreno. Das Verschwinden des Löwenbändigers aus kleinen Zirkusunternehmen sei mit den Aktivitäten und Auflagen von Tierschützern und Veterinärämtern verbunden

Die Morenos reisen während des ganzen Jahres durch Deutschland, „im Winter haben wir früher pausiert, aber das können wir uns nicht mehr leisten“, sagt die Chefin. Zwar stiegen die Kosten, bedingt etwa durch das Heizen des Zeltes, andererseits aber auch das Interesse in der Bevölkerung: Im Sommer gebe es zunehmend Engpässe bei der Platzvergabe („zu viele Schützenfeste“) und weniger Besucher („die langen Ferienzeiten“). So fahren die Morenos in der übernächsten Woche schon weiter nach Stadtoldendorf.

Der Circus Moreno gastiert bis zum 8. November am Mühlenanger. Vorstellungen: Freitag, Montag, Dienstag um 16 Uhr, Sonnabend 15 und 18.30 Uhr, Sonntag, 1. November, 11 und 15 Uhr, Sonntag, 8. November, nur 11 Uhr. Heute: Premiere mit Feuerwerk, Erwachsene zahlen Kinderpreise. Tage des Clowns: Montag und Dienstag, 16 Uhr: kostümierte Kinder dürfen in die Manege.

Von Katharina Klocke

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