Volltextsuche über das Angebot:

5 ° / 1 ° wolkig

Navigation:
Zu wenig Behindertenparkplätze am Göttinger Uni-Klinikum?

Behinderte riskieren Knöllchen Zu wenig Behindertenparkplätze am Göttinger Uni-Klinikum?

Immer wieder ein Ärgernis für behinderte Menschen: Sämtliche Behindertenparkplätze sind belegt, vorwiegend durch Autofahrer ohne jede Behinderung. Besonders auf das Park-Privileg angewiesen sind Behinderte, die regelmäßig zu Arzt- oder Krankenhausbesuchen fahren müssen.

Voriger Artikel
Essstörungen: Jeder fünfte Jugendliche gefährdet
Nächster Artikel
Deutlicher Anstieg bei Computerbetrug seit Jahresbeginn in Göttingen

Rein rechtlich gesehen gibt es genug Behinderten-Parkplätze am Klinikum, aber: Nicht immer parken dort Berechtigte.

Quelle: Hinzmann

Göttingen. Einer von vielen: ein Autofahrer aus Nörten-Hardenberg, der im November vergangenen Jahres seine schwer behinderte Frau zu einem Arzttermin ins Klinikum fuhr. Sämtliche Behindertenparkplätze am Osteingang waren belegt. Er stellte seinen Wagen ins eingeschränkte Halteverbot und legte den Schwerbehindertenausweis aufs Armaturenbrett.

Die normalen Parkplätze, sagt er, seien viel zu schmal, um seine gelähmte und allein hilflose Ehefrau samt Rollstuhl aus dem Auto zu hieven. Dennoch fand er ein Knöllchen über 25 Euro am Scheibenwischer, ausgestellt von der Stadt. Seine Kritik: Das Klinikum stelle  viel zu wenig Behindertenparkplätze bereit, und die Stadt verteile Knöllchen, obwohl es offensichtlich gewesen sei, dass mit dem Wagen ein Behinderter einen notwendigen Krankenhausbesuch erledige.

Das Universitätsklinikum weist den Vorwurf zurück: Es gebe „mehr Parkplätze für Schwerbehinderte als gesetzlich vorgeschrieben“, sagt Klinikums-Sprecher Stefan Weller. Bei 558 Stellplätzen für Besucher und Patienten müsse das Klinikum entsprechend der niedersächsischen Bauordnung drei Prozent, also 17 Stellflächen als Schwerbehindertenparkplätze ausweisen.

Falschparken auf Behindertenparkplätzen

Auf den Besucher-Parkflächen rund um das Zentralklinikum gebe es jedoch 21 ausgewiesene Stellplätze für das Schwerbehindertenparken. Das Klinikum, so Weller, „geht damit über die Normerfüllung hinaus“.

Zudem versuchten die Parkleitzentrale und der Sicherheitsdienst der Uniklinik, Schwerbehinderten mit Ausweis weiter entgegenzukommen. So öffnen sie die Schranken für die Zufahrt auf die Schwerbehindertenparkplätze nahe der Notaufnahme. Dort können Schwerbehinderte mit Ausweis parken. Auch können dort Angehörige ihre Patienten in die Uniklinik bringen.

Das Falschparken auf den öffentlichen Parkflächen um das Universitätsklinikum, sagt Weller, werde vom Ordnungsamt der Stadt geprüft und entsprechend sanktioniert: „Dabei steht auch das Falschparken auf den Schwerbehindertenparkplätzen im Blick. Auf die Aufgaben des Ordnungsamtes der Stadt Göttingen hat das Universitätsklinikum keinen Einfluss.“

Verwarnung zurückgezogen

Die Verärgerung über belegte Schwerbehindertenparkplätze und Verwarnungen sei jedoch verständlich. Weller: „Das Universitätklinikum appelliert deshalb ausdrücklich an alle parkenden Autofahrer, die als Schwerbehinderten-Parkplätze ausgewiesenen Stellflächen zu respektieren und für Schwerbehinderte frei zu halten. Der Druck, der damit generell auf alle Autofahrer ausgeübt werde, ihr Auto korrekt zu parken, helfe, die Behindertenparkplätze für die tatsächlich Berechtigten freizuhalten.

Egal ob behindert oder nicht: Stadt-Sprecher Detlef Johannson rechtfertigt die Verwarnungen für Autofahrer, die ihre Wagen am Uniklinikum verbotswidrig abstellen. Wer sich dennoch zu Unrecht verwarnt fühle, erklärt Johannson, könne dem Knöllchen jedoch schriftlich und mit Begründung widersprechen. Dann, erläutert der Stadt-Sprecher, würden die Gesamtumstände geprüft.

Einen Widerspruch hat auch der Autofahrer aus Nörten-Hardenberg eingelegt. Und die Stadtverwaltung zeigte ein Einsehen: Sie zog die Verwarnung zurück.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Anzeigenspezial
Die Bilder der Woche vom 2. bis 8. Dezember
Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
Termine

Wo kann man hin, was kann man machen? Hier werden Sie fündig: Das Tageblatt hat die wichtigsten Freizeittipps für Sie zusammengestellt