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Zwei Serieneinbrecher für drei Jahre ins Gefängnis

Erneut ein Diebstahl aus Schulgebäude Zwei Serieneinbrecher für drei Jahre ins Gefängnis

Seit März war Ruhe. Die Serie der Einbrüche in Schulen wurde am 23. März 2009 mit einer spektakulären Festnahme beendet. Doch jetzt hat die Polizei erneut einen Einbruch in ein Schulgebäude registriert. Unbekannte sind am Wochenende, 12. und 13. Dezember, in Büro- und Klassenräumen an der Bürgerstraße eingedrungen. Ob sie etwas gestohlen haben, ist noch unklar.

Wie ernst die Polizei Einbruchserien in öffentliche Gebäude nimmt, hat gerade die Verurteilung zweier 21 und 24 Jahre alter Göttinger gezeigt. Die beiden Männer sind vom Jugendschöffengericht zu jeweils drei Jahren Freiheitsentzug verurteilt worden, weil sie in je 22 Fällen des gewerbsmäßigen Einbruchdiebstahls schuldig sind. In einer beispiellosen Serie von Einbrüchen in Schulen und Vereinsheime hatten die beiden einschlägig vorbestraften Männer vom 3. Februar bis zum 23. März 45 Schulen in Göttingen, dem Kreis Northeim und in Braunschweig verübt. Dabei hatten sie Beute gemacht zwischen gerade einmal 25 Euro bis hin zu 1200 Euro Bargeld, vier Beamern, Soundsystemen und Fotoapparaten im Wert von weiteren 6800 Euro, die sie in der Gaußschule in Braunschweig an sich brachten.

Dass es sich um eine Serie handelte, also immer dieselben Täter am Werk waren, erwies sich anhand immer gleicher roter Lackspuren an den aufgehebelten Eingangstüren und Fenstern schnell. Später fand die Polizei in einer Tasche mit abgestellter Beute auf einem Garagendach auch den so genannten Kuhfuß, einen Aufbruchhebel, an dem die rote Farbe jeweils abgesplittert war.

Die Polizeiinspektion Göttingen richtete eine Ermittlungsgruppe ein, die Tatort für Tatort genau untersuchte und schließlich 48 Einbrüche der Bande zuordnete. Finger-, DNA- und Fußabdruckspuren listeten die Beamten auf. Als sie am 23. März einen der Täter auf frischer Tat in der KGS Grone festnahmen, blieb diesem bei erdrückender Beweislast nichts anderes übrig als ein Geständnis. 45 der 48 Taten räumte er ein, darunter Einbrüche in die Waldorfschule (5600 Euro Schaden), in die KGS Moringen (100 Euro), das Martino-Katharineum Braunschweig (2200 Euro) und die Bonifatiusschule. An allen Tatorten hatten der 21- und der 24-Jährige ihre Spuren hinterlassen. Das Verfahren gegen einen dritten Täter, einen 22-Jährigen, wurde abgetrennt.

Als „vorzügliche Ermittlungsarbeit“ lobte Oberstaatsanwalt Hans Hugo Heimgärtner die akribische Arbeit der Beamten. Lückenlos seien die Taten nachgewiesen worden. Zur Festnahme hatte schließlich die Tatsache geführt, dass die Polizei unter hohem Personalaufwand besonders gefährdete Schulen an jenen Tagen nachts observierte, an denen nach dem Muster vorangegangener Taten ein Einbruch für möglich erschien. Am 23.März schnappte die Falle zu.

Bei den beiden jungen Tätern handelt es sich um zwei Vorbestrafte, die erst im Januar aus der Jugendhaftanstalt Hameln entlassen worden waren. Sie waren nach Göttingen gezogen, um hier von Einbrüchen zu leben. Jetzt sitzen sie im Erwachsenen-Knast.

Von Jürgen Gückel

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