Volltextsuche über das Angebot:

15 ° / 8 ° Regenschauer

Navigation:
Zweieinhalb Jahre Haft für Todesfahrer

Berufung abgelehnt Zweieinhalb Jahre Haft für Todesfahrer

Vielleicht sind es nur 25 Zentimeter gewesen, die den Unterschied zwischen Leben und Tod ausmachten. 25 Zentimeter, die zwei Männern und einem ungeborenen Baby das Leben kostete, dazu drei weiteren Menschen Verletzungen beibrachten, die sie für den Rest ihres Lebens zeichnen werden. Und 25 Zentimeter, die einen 43-jährigen Autofahrer jetzt für zweieinhalb Jahre hinter Gitter bringen.

Voriger Artikel
„Ich will Landrätin werden“
Nächster Artikel
Raser auf der Autobahn

Fürchterliche Folgen einer Fahrt unter Alkohol und Drogen: Drei Menschen kamen am 1. Februar 2010 ums Leben.

Quelle: Mischke

Ein „Augenblicksversagen“ des Fahrers war es, das den Ford Fiesta des Technikers aus Bad Lauterberg am 1. Februar des vergangenen Jahres auf der B 446 zwischen Ebergötzen und Seeburg vielleicht nur 25 Zentimeter, aber nicht mehr als 75 Zentimeter auf die gegenüberliegende Straßenseite geraten ließ. Dort berührte sein Wagen einen entgegenkommenden Ford Ka, der sich nach der Kollision querstellte. In dessen Seite prallte ein weiterer Wagen, dessen Fahrer nicht die geringste Chance mehr hatte, auszuweichen. In den Wracks starben zwei Männer aus dem Eichsfeld, eine schwangere Frau verlor ihr Baby.

Für das Augenblicksversagen des Fiesta-Fahrers gab es handfeste Gründe. Einige Stunden nach dem Unfall hatte der 43-Jährige noch 1,17 Promille Alkohol im Blut, was auf deutlich mehr zum Zeitpunkt des Unfalls schließen lässt. Außerdem fanden Gutachter in seinem Blut Spuren der Substanz Tetrahydrocannabinol (THC), was auf den Konsum von Cannabis vor Beginn der Fahrt hindeutet.

Schon im August 2010 war der Todesfahrer vom Duderstädter Amtsgericht zu zweieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt worden. Vor dem Landgericht in Göttingen wollte der Mann jetzt ein milderes Urteil, das eine Aussetzung zur Bewährung ermöglicht hätte, erreichen. Das aber lehnte das Gericht gestern ab: Zu schwer seien die Unfallfolgen gewesen. Zudem habe er noch in der gestrigen Verhandlung seinen Unwillen bekundet, sich wegen seiner möglichen Alkohol- und Drogensucht in Therapie zu begeben.

Da half es auch nichts, dass der Mann vor dem Unfall eine blütenweiße Weste, noch nicht einmal einen einzigen Punkt in der Verkehrssünderdatei in Flensburg hatte. Auch nicht, dass er nicht zu schnell gefahren und nicht geflüchtet war. Und auch nicht, dass auch sein Leben in Trümmern liegt.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Anzeigenspezial
Der Wochenrückblick vom 11. bis 17. November 2017
Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
Termine

Wo kann man hin, was kann man machen? Hier werden Sie fündig: Das Tageblatt hat die wichtigsten Freizeittipps für Sie zusammengestellt