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Sparkasse Münden: Millionen-Klage von Photovoltaik-Unternehmer

3,2 Millionen Euro Schadensersatz Sparkasse Münden: Millionen-Klage von Photovoltaik-Unternehmer

Da kommt etwas zu auf die Sparkasse Münden: strafrechtliche Ermittlungen gegen den Vorstand wegen Untreue einerseits, eine Klage auf 3,2 Millionen Euro Schadensersatz andererseits, und ein Mitarbeiter der Kreditabteilung ist wegen Falschaussage in einem Prozess vor dem Landgericht auch noch angezeigt worden.

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Notverkauf: Firmenchef Riccardo Jahn vor der Solaranlage, die er unter Preis verkaufen musste, um sein Unternehmen zu retten.

Quelle: CR

Hann Münden. Es geht um den verbindlich zugesagten Millionen-Kredit für das Mündener Solarunternehmen Jahn-Holding, zu dem die Sparkasse die Zusage zurückzog, als der Kreditnehmer bereits Kaufverträge für eine millionenschwere Fertigungsanlage für Solarmodule unterzeichnet hatte.

Weil der Kredit nicht ausgezahlt wurde, konnte Inhaber Riccardo Jahn die schon teilweise gelieferte Fertigung nicht in Betrieb nehmen, musste 18 eigens dafür eingestellte Mitarbeiter entlassen, verlor zahlreiche Aufträge und kann seit mehr als einem halben Jahr nicht produzieren.

Die Sparkasse Münden hatte ihre Weigerung, den Kredit auszuzahlen, gegenüber Jahn nicht begründet. Auch nicht gegenüber dem Tageblatt. Auf Nachfrage ließ Vorstandsvorsitzender Thomas Scheffler erklären, zu Kundenbeziehungen werde keine Auskunft gegeben.

Inzwischen ist aber bekannt, dass zumindest gegenüber der Politik der Schritt damit begründet wurde, Jahn habe eine 999-Megawatt große Solaranlage, deren garantierter Ertrag aus den nächsten 20 Jahren er als Sicherheit für den Sparkassen-Kredit gegeben habe, noch gar nicht bezahlt.

Mailverkehr mit seinem Steuerberater

„Stimmt nicht“, sagt Jahn. Richtig sei, dass es seinerzeit noch einen Rechtsstreit mit dem Hersteller wegen Mängeln an der Anlage gab. Das sei aber der Sparkasse bekannt gewesen. Den Kreditmitarbeiter, der in einem einstweiligen Verfügungsverfahren vor Gericht das Gegenteil behauptete, hat Jahn wegen Verdachts der Falschaussage angezeigt.

Beweise liefere der Mailverkehr mit seinem Steuerberater. Inzwischen sei die Solaranlage vollständig bezahlt.

Davon hat Jahn aber nichts mehr. Er musste die Anlage verkaufen: für nur 1,8 Millionen Euro und damit weit unter Wert. Nur so konnte er der drohenden Insolvenz entgehen. Seine Kredite bei der Sparkasse hat er mit der ersten Zahlung abgelöst, und nun springen andere Banken als Finanziers ein. Jahn hofft, bis Januar die Produktion aufnehmen zu können. Aufträge treuer Kunden gebe es noch genug.

Der durch den Notverkauf entstandene Schaden, so Rechtsanwalt Reiner Füllmich, treibe die Forderung gegen die Sparkasse auf 3,2 Millionen Euro. Die Staatsanwaltschaft bestätigt auf Anfrage überdies ein strafrechtliches Ermittlungsverfahren gegen Mitglieder des Vorstandes.

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Strafanzeige
Grundsolides Geschäft in Not: Svenja und Riccardo Jahn in ihrer halbfertigen Produktionshalle am Werrahof in Hann. Münden.

Sie haben nicht viel Erfahrung mit Kreditinstituten. Sie haben sie nie gebraucht – außer für den Zahlungsverkehr. Svenja und Riccardo Jahn haben ihre Unternehmensgruppe der Solar-Branche über zwölf Jahre einzig aus Erträgen Stück für Stück aufgebaut. Jetzt stehen sie plötzlich mit ihrem ersten und einzigen Firmenkredit im Feuer.

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