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Lesefestival für die Region

25. Göttinger Literaturherbst Lesefestival für die Region

Mehr als 70 Veranstaltungen stehen auf dem Programm des 25. Göttinger Literaturherbstes vom 21. bis zum 30. Oktober. 150 Mitwirkende aus zwölf Ländern sind dabei. Zu den Gästen zählen Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder, Cees Nooteboom, Christian Kracht, Judith Hermann und Benjamin von Stuckrad-Barre.

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Der Schriftsteller Christian Kracht tritt beim Literaturherbst in Göttingen auf.

Quelle: r

Göttingen. Der Literaturherbst sei „das älteste durchgängig veranstaltete Literaturfestival in Deutschland“, erklärte  Festival-Chef Johannes-Peter Herberhold. Nach dem Tod des Festivalgründers Christoph Reisner vor zwei Jahren hatte er die Leitung übernommen, nachdem er in den Jahren davor als technischer Leiter mitgewirkt hatte.

Klaus Wettig vom Festival-Beirat verkündete Neuerungen für den Literaturherbst. Ein Schwerpunkt soll künftig sein, die Gastländer der Buchmesse einzubeziehen, in diesem Jahr Flandern und die Niederlande. Die historisch-literarische Erinnerung soll gepflegt werden. Und: Das Festival weitet sich weiter aus. Inzwischen ist es im Harz angekommen. In Bad Lauterberg wird es Veranstaltungen geben. Bis nach Alfeld reicht der Veranstaltungsbereich. Es solle „ein Festival in der Region“ sein, erläuterte Wettig und ergänzte: „Wir brauchen stärkere finanzielle Unterstützung.“

Der typische Literaturherbst-Besucher sei älter Akademikerin und als 60 Jahre. Neue Publikumsschichten will Herberhold mit modifiziertem Programm gewinnen. So wird Firas Alshater auftreten, eine Youtube-Star, der als syrischer Flüchtling seinen Blick auf Deutschland zeigt. Fil ist ein anarchischer Musikkomödiant aus Berlin. Und in der Reithalle auf dem Gräflichen Landsitz in Nörten-Hardenberg präsentiert Ulrich Raulff, Direktor des Deutschen Literaturarchivs Marburg, sein Buch „Das letzte Jahrhundert der Pferde“, eine Erinnerung an den jahrtausendealten Pakt zwischen Mensch und Pferd. Mit dabei ist Marjana Gaponenko, die in ihrem Roman von einem Taugenichts erzählt, der mehr von Ponys als von Menschen versteht. Der bei der Frankfurter Buchmesse gekürt Träger des deutschen Buchpreises wird zum Literaturherbst kommen wie auch Christian Poltèra. Der Weltklasse-Cellist spricht mit Harald Eggebrecht über dessen Standardwerk „Große Cellisten“. Schließlich liest auch Max Goldt, Träger de Satirepreises Göttinger Elch. Herberholds persönliches Glanzlicht wird die Lesung von Christian Kracht. Der wolle ganz sicher nicht in Göttingen lesen, habe ihm der Verlag mitgeteilt. Doch Kracht sagte zu – nachdem er ihn nach einer Flasche Wein Nacht mit E-mails bombardiert habe, erklärte Herberhold schmunzelnd.

Der Festival-Chef verfügt in diesem Jahr über einen Etat von bis zu 325 000 Euro, 2016 waren es noch 250 000 Euro. 11200 Besucher verzeichneten die Organisatoren vor einem Jahr. Diesmal peilt Herberhold  die 15 000er Marke an.

Der Vorverkauf für den Literaturherbst startet am Dienstag, 11. August. Tickets gibt es unter anderem in den Tageblatt-Geschäftsstellen, Weender Straße 44 in Göttingen und Marktstraße 9 in Duderstadt.

Das ganze Literaturherbst-Programm gibt's hier.

25 Jahre Herbst

In den 25 Jahren seines Bestehens waren viele Autoren zu Gast bei dem Festival. Wer alles hier las, ist allerdings nicht immer nachzuvollziehen. Festival-Gründer Christoph Reisner habe wegen seines hervorragenden Gedächtnisses kein Archiv angelegt, erklärte Beiratsmitglied Klaus Wettig. Jetzt suchen die Organisatoren nach Plakaten, Programmen und anderem Material aus den Jahren des Literaturherbstes. Auf ein Plakat des ersten Festivals seien sie in dem Büro eines Göttinger Verlegers gestoßen, der damals noch Student gewesen sei, berichtete Wettig. Verkaufen habe er es ihnen allerdings nicht wollen.

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