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„23 Kunstwerke von 23 Künstlern“ in der Galerie Ahlers

„Machen Sie einfach, was Sie wollen“ „23 Kunstwerke von 23 Künstlern“ in der Galerie Ahlers

Es sieht aus wie ein vorgezogenes Weihnachtsfest an diesem Abend in der Galerie Ahlers. 23 Pakete stapeln sich unter dem Weihnachtsbaum. Darin befinden sich 23 Kunstwerke von 23 verschiedenen Künstlern der Galerie in der Düsteren Straße.

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Hier packt der Chef noch selbst mit an: Oliver Ahlers mit einem der 23 Kunstwerke.

Quelle: Heller

Göttingen. Oliver Ahlers hat ihnen vor zwei Monaten jeweils einen Bildträger im Format 39 mal 40 Zentimeter zugesandt, Gestaltungsvorgaben gab es keine. Alle haben sich ernsthaft mit der Aufgabe befasst, an diesem Abend werden die Ergebnisse aus den Postpaketen gepackt.

Helmut Wenzel, Geschäftsführer des Göttinger Kunstvereins und Freund des Hauses, übernimmt das Aufschneiden der Kartons, Ahlers selbst transportiert die Kunstwerke, sein Mitarbeiter Frank-Peter Alpers bringt sie an die Wand. Keiner von ihnen hatte die Werke vorher gesehen. Eine Ausstellungseröffnung der besonderen Art. Das Publikum hat Ahlers gleich zu Beginn eingestimmt: „Das wird jetzt hier ein bisschen dauern. Machen Sie einfach, was sie wollen.“

Wer das Ahlers-Programm verfolgt, der wurde kaum überrascht von dem, was zum Vorschein kam. Einige brillante Maler hat Ahlers in seinem Programm, die ihre Fähigkeiten auch diesmal wieder demonstrierten.

Für Gudrun Brüne, die in der DDR eine klassische künstlerische Ausbildung genossen hat, war der realistisch gemalte Tuch-Knoten wohl kaum mehr als eine Fingerübung, aber eine mit malerischer Relevanz. Motivisch dicht beieinander liegen Sigrid von Lintig und Thomas Schiela. Beider Bilder zeigen Menschen im Wasser, die beeindruckend wiedergegeben sind.

Eine Art Klassentreffen

Wolfgang Kessler setzt seine Beschäftigung mit einem Motiv fort. Er hat in der Vergangenheit immer wieder ein Mädchen porträtiert, diesmal mit einem Fahrradhelm vor dem Gesicht – malerisch kaum zu toppen. Esther Naused, Ex-Weltmeisterin in einer japanischen Bogenschützen-Disziplin, arbeitet weiterhin mit hohem Risiko.

Mit wenigen abstrakten Pinselschwüngen schafft sie Räume, dabei muss jeder Schwung sitzen. Eine Tätigkeit, die viel Erfahrung und hohe Konzentration erfordert. Und Bildhauer Willi Weiner hatte eine Metallskulptur gefertigt, einen Berg mit See, dessen Grundfläche dem vorgegebenen Format entspricht.

Am überraschendsten allerdings das Kunstwerk von Silke Schöner. Sie ist eine Landschaftsmalerin, die neben realistisch gemalten Landschaftsmotiven viel weiße Fläche vorhält. Der Betrachter soll das Motiv in seiner Phantasie weiterentwickeln. Mit ihrem Beitrag zur Ausstellung hat sie dieses Sujet zu einem Endpunkt getrieben. Sie hat eine glänzende weiße Fläche gefertigt, auf der klein in einer Ecke ein QR-Code aufgedruckt ist. Wer ihn mit seinem Smartphone scannt, bekommt eine Werkbeschreibung und muss das Bild selbst im Kopf entwickeln. Ausgesprochen konsequent.

15 der beteiligten Künstler waren zu dieser ungewöhnlichen Vernissage gekommen. Eine Art Klassentreffen und eine vorweihnachtliche Party, die bis morgens um 6 Uhr lief.

Die Ausstellung „23 Kunstwerke von 23 Künstlern“ läuft bis Sonnabend, 10. Januar, dienstags bis freitags von 10 bis 13 und von 15 bis 18 Uhr, sonnabends von 10 bis 13 Uhr in der Galerie Ahlers, Düstere Straße 21 in Göttingen.
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