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2500 Besucher bei Joe Bonamassa in der Göttinger Lokhalle

Sein eigenes Vorprogramm 2500 Besucher bei Joe Bonamassa in der Göttinger Lokhalle

Da hätte selbst Chuck Norris Respekt: Ein Joe Bonamassa braucht keine Unterstützung – Joe Bonamassa unterstützt sich nämlich selbst. So brauchten die etwa 2500 Besucher der Lokhalle auch keine Angst zu haben, doppelt zu sehen.

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Ungeheuer präzise, ungeheuer schnell: der Gitarrist Joe Bonamassa.

Quelle: Theodoro da Silva

Göttingen. Der versierte Bluesrock-Gitarrist hat an diesem Abend gleich zwei Sets gespielt. Dabei kamen Bonamassa-Fans vollkommen auf ihre Kosten.

Als Vierjähriger begann Bonamassa Gitarre zu spielen, denn sein Vater besaß ein Gitarrengeschäft. Im Alter von zwölf stand Bonamassa mit Blues-Legende B. B. King auf der Bühne. Später lernte er Berry Oakley Junior, den Sohn des Bassisten der Allman Brothers Band, kennen. Zusammen mit dem Sohn von Miles Davis – Erin Davis – Waylon Krieger, Sohn des Doors-Gitarristen Robby Krieger, und dem Keyboarder Lou Segreti gründete er die Band Bloodline. Den internationalen Durchbruch schaffte Bonamassa mit seinem Soloprojekt.

Zu Beginn des Akustik-Sets stellt Bonamassa in der Lokhalle, „in der heute Abend keine Gitarrensaiten sicher sind“, seine Fähigkeiten zunächst allein unter Beweis. Derart präzise und mit solch einer Geschwindigkeit beherrschen wohl nicht viele Gitarristen ihr Instrument. Bemerkenswert ist Bonamassas Dynamik. Mit der unterschiedlichen Lautstärke der Saiten-Anschläge belebt er sein Gitarrenspiel ungemein.

Aber auch seine Mitmusiker bringen besondere Fähigkeiten und Können mit. Keyboarder Derek Sherinian und Percussionist Lenny Castro sammelten unter anderem Erfahrungen bei Dream Theater, Alice Cooper, Gossip oder den Red Hot Chili Peppers. Dazu kommen Mats Wester und Gerry O’Connor. Wester ist schwedischer Musiker und spielt die Nyckelharpa, ein traditionelles Streichinstrument seiner Heimat. O’Connor kommt aus Irland und zählt in der Szene wohl zu den besten Banjospielern.

Ausgefeilte Technik

Bei solch einer Gruppe, gespickt mit professionellen Musikern, verwundert es nicht, dass der erste Teil des Abends schon restlos überzeugt. Unglaublich, was für komplexe Arrangements und welche Klangintensität nur mit akustischen Instrumenten entstehen. Sechs Gitarren reihen sich hinter Bonamassa auf, zwischen denen er oft wechselt. Hinzu kommen noch die Instrumente, die ihm auf die Bühne gebracht werden. Den Überblick über dieses Premium-Gitarren-Abo frei Haus zu behalten, fällt schwer. Schön, dass Bonamassa seinen Mitmusikern im Akustik-Set Platz zum Entfalten gibt.

Dieser Platz im Bonamassa-Haus wird im elektronischen Set aber deutlich enger. Nicht, weil Tal Bergman am Schlagzeug und der Bassist Carmine Rojas gleich eine andere Klang-Atmosphäre schaffen. Die Arrangements sind nun vermehrt auf die Fähigkeiten des Gitarristen ausgelegt.

Faszinierend, wie Bonamassa es ohne den Einsatz vieler Effekte schafft, die Soli interessant zu gestalten. Auch hier zeigt sich seine ausgefeilte Technik. Dynamik, Präzision, Schnelligkeit und das Gespür für den Einsatz ruhiger und vollkommen heruntergebrochener Passagen verleihen Spannung. Den Atem scheinen nahezu alle Besucher der Lokhalle anzuhalten, wenn Bonamassa so ruhig und leise spielt, dass die Umbauarbeiten neben der Bühne zu hören sind.

Aber auch die Stücke, in denen nicht unbedingt die Soli des Gitarristen im Mittelpunkt stehen, beeindrucken. So sehr, dass die Sitzplatzordnung zum Ende des Konzerts teilweise aufgehoben ist. Zuschauer stellen sich in die Gänge und feiern den Joe Bonamassa, dessen Auftritt so eindrucksvoll eingeleitet wurde: nämlich von Joe Bonamassa.

Von Friedrich Schmidt

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