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30. Göttinger Figurentheatertage: auf Klees Spuren

Filigrane Tänzer und Monster 30. Göttinger Figurentheatertage: auf Klees Spuren

Skurrile Schattenfiguren-Monster tanzen über Leinwände, und ein filigraner Seiltänzer durchquert den Raum. Szenen wie diese haben sich im Rahmen der Figurentheatertage am Mittwochabend in der Musa zu „Fantasien zu Paul Klee“, einer multimedialen Theaterperformance des „Fliegenden Theaters“ (Berlin), zusammen gefügt.

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Assoziatives Spiel mit der Kunst von Paul Klee: Regissewur und Akteur Rudolf Schmid.

Quelle: Pförtner

Göttingen. Für das Publikum bedeutete dies Wagnis und Vergnügen zugleich, denn die wichtigste Ansage war: „den Kopf ausschalten.“ Die spielerische Collage aus Objekten, Musik, Bewegung, Texten und lebendigen wie unbelebten Figuren ließ sich nämlich nur assoziativ und unmittelbar begreifen, auch wenn die Schau- und Figurenspieler Bernd Raucamp, Marie-Elsa Drelon und Rudolf Schmid selbstverständlich Köpfchen und gründliche Vorbereitung und nicht nur Intuition bewiesen.

Zentrale Themen im Werk des Malers Paul Klee (1879-1940)sind bizarre Figuren, naive Ansätze und die Verbindung zur Musik. All dies ließ das „Fliegende Theater“ unter Regie von Rudolf Schmid zu einem Gesamtkunstwerk verschmelzen.

Lernen von Kindern und Geisteskranken – was für Paul Klee Ansporn und Inspiration war, mag für den gemütlichen Kulturinteressierten zunächst anstrengend sein. Da wird es den Figurentheatertage-Gästen von heute wenig anders gegangen sein als den Besuchern der zeitgenössischen Ausstellungen der Arbeiten Klees.

Klees kindliche Freude

Aber das Sich-Einlassen lohnte sich: Aus dem Spiel mit Licht und Tönen, aus Verzerrung und Überlappung, aus Text und Bild entstand hier wie dort ein höchst intensives Kunsterlebnis.

Klees kindliche Freude am Experimentieren zeigte sich auch bei den „Fliegendes Theater“-Mitgliedern deutlich. Die raffinierte Ausstattung der Inszenierung, unter anderem mit einem mehr als doppelbödigen, skulpturalen und mit viel Mechanik gespickten Kopf, machte dies besonders deutlich.

Ein wenig schade nur, dass durch den ebenen Theaterraum in der Musa für die Gäste auf den hinteren Reihen sicher nicht alle der gewitzten Ideen auf der Bühne auch einsehbar waren.

Von Isabel Trzeciok

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