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38. Göttinger Jazzfestival: Der kubanische Pianist Omar Sosa

Ritual der Lebensfreude 38. Göttinger Jazzfestival: Der kubanische Pianist Omar Sosa

Beim 38. Göttinger Jazzfestival spielte am Freitagabend im ausverkauften Deutschen Theater der kubanische Pianist Omar Sosa. Er ist der große Name des Festivals und bis Mitternacht drängelte sich das Publikum, um ihn und sein Quarteto AfroCuba zu hören.

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Musiker beim 38. Göttinger Jazzfestival

Quelle: Heller

Göttingen. Es ist ein Ritual: Omar Sosa kommt im weißen Gewand auf die Bühne, in der Hand hält er Symbole der afro-karibischen Santería-Religion. Als der Kubaner dann als erstes einen ganz tiefen Ton auf dem Piano anschlägt, spürt man: hier schwingt jenseits der Tonfrequenzen noch eine andere Tiefe mit. 

Sosa strahlt ein positive Energie aus, sein Spiel auf dem Flügel ist verspielt, spontan und unberechenbar. Alles was der 50-Jährige tut, wirkt intuitiv und natürlich - ob er spielt, dazu singt oder aufspringt und auf der Bühne tanzt. Bei Sosa geht es nicht nur um Jazz, um Musik - es geht um mehr. 

Der Kubaner Leandro Saint-Hill improvisiert lyrisch auf der Flöte und dem Sopran- oder Altsaxofon. Childo Tomas aus Mozambique verleiht der Musik am E-Bass noch mehr klangliche und spirituelle Tiefe und reagiert unmittelbar auf Ideen seiner Mitmusiker. Ganz wichtig ist der Drummer Ernesto Simpson, der mit seinem energiegeladenem Spiel und kubanischen Rhythmen die Musik befeuert und antreibt.

Beim 38. Göttinger Jazzfestival spielte am Freitagabend im ausverkauften Deutschen Theater der kubanische Pianist Omar Sosa. © Heller

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Die Titel gehen ineinander über. Es gibt ruhige, balladeske Momente und viele explosive, ekstatische Ausbrüche. Die Musik wirkt modern und zugleich uralt. Dabei suchen die Musiker ein gemeinsames Erlebnis mit den Zuhörern, fordern auf zum Mitklatschen und Mitsingen. Diese Vereinigung zwischen Künstler und Zuhörer ist Teil jedes Auftritts.

Zum Schluss umarmen sich die Musiker. Sie verneigen sich tief und lange vor dem jubelnden Publikum. Was war das jetzt? Ein grandioses Konzert. Auch. Aber vielleicht doch mehr ein Ritual der Lebensfreude und der Verbindung mit göttlichen Energien.

Von Udo Hinz

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