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38. Göttinger Jazzfestival: Omar Sosa spricht über die Grundlagen seiner Musik

„Zeremonie der Harmonie“ 38. Göttinger Jazzfestival: Omar Sosa spricht über die Grundlagen seiner Musik

Der kubanische Jazzpianist Omar Sosa verbindet mit seinem Quarteto Afro Cubano kubanische und afrikanische Musik, Jazz und Salsa, elektronische Musik und Avantgarde. Am Freitag, 6. November, ist er beim 38. Göttinger Jazzfestival.

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Im Bund mit einer höheren Kraft? Der kubanische Jazzpianist Omar Sosa.

Quelle: EF

Göttingen. Im Interview erzählt der sehr spirituelle Künstler von seinen Träumen, der Musik seiner Kindheit und dem perfekten Konzert.

Träumen Sie nachts von Musik?
Immer! Musik ist in jedem Moment in mir. Es ist als ob mir eine spirituelle Stimme und unsere Vorfahren ständig eine Botschaft senden. Ich wünschte, ich könnte alles, was sie mir flüstern erfassen, wahrnehmen und verstehen!

Erinnern Sie sich an die Musik, die Sie als Kind auf Kuba gehört haben?
Ich hatte das Glück, als Kind so viel unterschiedliche Musik zu hören. Ich erinnere mich an Künstler wie Chopin, Strawinsky, Thelonious Monk, John Coltrane, Keith Jarrett, Earth, Wind & Fire, Pink Floyd, Irakere, Ruben Gonzales, Tito Puente, Bob Marley, Marvin Gaye oder Anita Baker. Es gab noch mehr, aber diese Größen waren alle wichtig für mich.

Ist diese Musik noch relevant für Sie?
Ja, sie hat mir geholfen, Musik zu schätzen, die nicht Teil meiner kubanischen Tradition ist. Ich glaube, dass Musik grundsätzlich überall ist und wir Menschen alle miteinander verbunden sind. Und deshalb glaube ich nicht nur an einem einzigen musikalischen Stil.

Was ist denn das Besondere an kubanischer Musik?
Sie ist eine Mischung aus afrikanischen und europäischen Traditionen. Sie besitzt eine starke, ansteckende rhythmische Kraft und hat zugleich eine subtile Sinnlichkeit. Pioniere wie Mario Bauza, Machito und Chano Pozo haben die Rhythmen der afrikanischen Trommeln in den Jazz eingeführt. Das war die Geburtsstunde des Latin Jazz.

Welche Rolle spielen diese kubanischen Rhythmen bei Ihrem neuen Quartett?
Sie sind die Grundlage unserer Musik. Doch die Wahrheit ist auch: Meine Spielweise ist entspannt und ich variiere die Stücke stark. Mit meinem neuen Quarteto Afro Cubano präsentieren wir zudem erstmalig folkloristische Tanzrhythmen der Lucumi-Tradition.

Was ist Musik für Sie?
Musik ist alles. Vom ersten Schrei, den wir bei der Geburt hören bis zum Klang des Windes. Kunst ist alles, was wir als Menschen bewusst und unbewusst schaffen aber auch die einzigartigen kreativen Ausdrucksformen der Natur. Diese Erscheinungen können Augen, Ohren und Gefühle erfreuen. Sie können aber auch unangenehme Gefühle hervorrufen.  Aber dies alles ist ja eines der Hauptziele der Kunst.

Woher kommt ihre Musik? Vom Kopf, der Seele oder von Gott?
Sie haben die Frage schon beantwortet! Gott ist die höchste Kraft, die so vielfältig angerufen werden kann. Und unseres Herz und sein Puls geben der Musik Leben und Bedeutung.

Ihre Auftritte sind sehr spontan. Wie viel sprechen Sie mit Ihren Musiker ab?
Es ist alles ganz einfach. Jeder Musiker hat nur er selbst zu sein und sich selbst so auszudrücken, wie er fühlt. Unsere Basis ist, unsere Energien zu fühlen, auf sie zu hören und dies musikalisch umzusetzen. Es ist wichtig, sich daran zu erfreuen, was wir tun und ehrlich zu sein mit dem, was unsere Seele ausdrücken will.

Was dürfen wir Ihnen für den Göttinger Auftritt wünschen? Was ist das perfekte Konzert für Sie?
Es ist eine Zeremonie der Harmonie, Liebe und Begeisterung. Dann ist jede Note notwendig und in einem perfekten energetischen Gleichgewicht.

 Interview: Udo Hinz

Das 38. Göttinger Jazzfestival findet vom 31. Oktober bis zum 8. November statt. Es spielen u.a. Nicole Johänntgen, Omer Klein, das Andromeda Mega Express Orchestra, Christy Doran, Iiro Rantal, Tony Malaby und Ray Anderson. Karten gibt es in den Tageblatt-Geschäftsstellen Jüdenstraße 13c in Göttingen und Auf der Spiegelbrücke 11 in Duderstadt.

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