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AbChordis Ensemble gibt ein Konzert in Göttingen

Hingabe und Kraft AbChordis Ensemble gibt ein Konzert in Göttingen

Wenn man unter Freunden und als musikalisches Ensemble viel Zeit miteinander verbringt und eine Einladung zu einem Wettbewerb erhält, an dem jedoch nicht alle Mitglieder teilnehmen dürfen, wie soll man da eine Entscheidung treffen, wer nicht mitkommen darf? Die Entscheidung sei ganz einfach, erklärt Fagottist Giovanni Battista Graziado vom AbChordis Ensemble: Das Motto der diesjährigen Händel-Festspiele sind „Heldinnen“, also nehmen auch sie eine Heldin, Sopranistin Marie Jaermann, mit.

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Gelassen und wohl aufeinander abgestimmt: die sieben Musiker des AbChordis Ensembles.

Quelle: Heller

Göttingen. In der Göttinger Reihe Historischer Musik nutzen die sieben Musiker am Donnerstagabend in der Aula am Wilhelmsplatz ihre Chance, um später vielleicht noch einmal bei den Festspielen auftreten zu dürfen.

Das selbst zusammengestellte Programm, in dem sich die Musiker in erster Linie der Werke Händels selber annehmen, erweist sich als sehr geschickt aufgestellt. Mit jedem Stück glänzt das Ensemble etwas mehr. Hat es sich mit Händels „Crystal streams in murmurs flowing“ aus der Oper „Susanna“ noch nicht vollständig aufeinander eingestellt, so kann es die kleinen Unsicherheiten schon mit Vivaldis anschließendem Concerto in d-Moll beseitigen. Gefestigt wird das Zusammenspiel mit einer weiteren Händel-Arie, „Se pietà di me non senti“ aus Giulio Cesare, und dem modernen Instrumentalwerk „Calliope in Smirne“ von Daniel Matrone. Anfängliche Anspannung ist nun voll verflogen. Gelassen und wohl aufeinander abgestimmt sorgt das Ensemble in der zweiten Konzerthälfte für Hochstimmung.

Jaermann hat mit „Sdegno, amore fanno guerra a questo core“ ihren großen Moment. Voller Hingabe und Kraft singt sie die Arie aus „Arianna in Creta“. Schwungvoll untermalen die Instrumentalisten ihren klaren Gesang. Es folgt sogleich der nächste Glanzpunkt, doch diesmal steht Graziado im Mittelpunkt. Mit Vivaldis Konzert in G-Dur für Fagott und Basso continuo zeigt das Ensemble noch einmal eine ganz andere Facette. Spannungsvoll arbeiten sie insbesondere die dynamischen Feinheiten der leisen, langsamen Töne des Largos heraus. Mit ansteckender Begeisterung kündigt Graziado den letzten Programmpunkt an. Die koloraturreichen Arie „Ombre pallide, lo sò, mi udite“ der zornigen „Alcina“ aus Händels gleichnamiger Oper beschließt das Konzert.

Im Anschluss darf das Publikum noch ein paar Fragen an die Musiker richten. Die erste Frage zeigt sogleich, dass die Musik ganz offensichtlich sehr gefallen hat. Sie lautet: „Warum gibt es keine Zugabe?“ und wird schließlich auch zur Zufriedenheit des Publikums mit einem letzten musikalischen Abschiedsgruß beantwortet.

Das dritte Konzert in der Göttinger Reihe Historischer Musik steht am Donnerstag, 19. Februar, um 20 Uhr auf dem Programm. Dann gastiert das Ensemble Fiorello in der Aula der Universität am Wilhelmsplatz.

Von Tina Evers

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