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Vier Jahrzehnte im Dienst der Kirchenmusik

Abschiedskonzert von Arwed Henking Vier Jahrzehnte im Dienst der Kirchenmusik

Mit einer Abendmusik verabschiedet sich Arwed Henking am Sonntag, 18. Juni, von der Albani-Kantorei. Zugleich markiert dieses Konzert das Ende seines 38-jährigen Wirkens in Göttingen: Von 1979 bis 2001 war Henking Kantor an St. Jacobi, anschließend an der Stephanuskirche und ab 2006 an St. Albani.

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Arwed Henking

Quelle: r

Göttingen. Mit seiner Arbeit hat Henking die Kirchenmusik in Göttingen maßgeblich geprägt. Als er nach Stationen in Tuttlingen und Hann. Münden am 1. Mai 1979 das Kantorenamt an St. Jacobi übernahm, begann er – außer der gottesdienstlichen Arbeit, der Pflege der Orgelmusik und der Ausbildung von Kirchenmusikern – eine konsequente chorische Aufbauarbeit. Bei seiner weit vorausschauenden Repertoirepflege eroberte er auch unbekanntes Terrain.

Selbstverständlich gehörten die großen Oratorien und Passionen zum Programm der Jacobi-Kantorei, etwa Bachs Weihnachtsoratorium, Mendelssohns „Paulus“ und „Elias“, Verdis Requiem, Haydns „Jahreszeiten“ oder Messen von Mozart, Beethoven, Schubert, Bruckner, Dvořák und Strawinsky. Aber Henking setzte sich ebenso für selten aufgeführte Werke ein wie Liszts „Christus“, auch für fast vergessene Stücke wie Friedrich Kiels „Stern von Bethlehem“ oder Heinrich Herzogenbergs Weihnachtsoratorium.

Henkings Engagement für die Moderne manifestierte sich unter anderem in der Uraufführung von Günter Neuberts „Laudate Ninive“ 1983. Darüber hinaus waren unter seiner Leitung in St. Jacobi etliche Werke des 20. Jahrhunderts zu hören, etwa Kodálys Psalmus Hungaricus (1982) und Strawinskys Psalmensymphonie (1989). Ein besonderer Glanzpunkt in der Geschichte der Kantorei war die Konzertreise nach Brasilien im Jahr 2000 mit der Aufführung von Bachs h-Moll-Messe in Belém.

Im Jahr 2001 erreichte Henking – geboren 1936 in Magdeburg, ausgebildet in Winterthur, Wien und Paris – in St. Jacobi die Altersgrenze. Doch der Ruhestand war für ihn kein Grund, die Hände in den Schoß zu legen. Gern stellte er seine Erfahrungen weiterhin dort zur Verfügung, wo Kirchenmusiker gebraucht wurden: etwa in der Stephanuskirche in Geismar. Als 2006 die Kantorei St. Albani einen Dirigenten suchte, war Henking, inzwischen 70-jährig, auch dazu bereit.

In seiner dortigen elfjährigen Wirkungszeit zeigte er abermals seine besondere Gabe, Programme zusammenzustellen, die er stets feinfühlig der Leistungsfähigkeit der Choristen anpasste: in Kantatengottesdiensten, in kleineren Oratorien, wobei er gern auch den Solistennachwuchs förderte. Als Instrumentalensemble setzte er meist das 2002 von ihm gegründete Collegium coll’arco ein.

Mit seiner fast vier Jahrzehnte währenden kirchenmusikalischen Arbeit hat Henking das kulturelle Leben Göttingens entscheidend geprägt. Würde man ihm dies ins Gesicht sagen, würde er allerdings wohl ein wenig unwillig abwinken. Denn es geht ihm nicht um Ruhm und Ehre. Er dient der Musik, vor allem jener, die die Verkündigung christlichen Glaubens zum Ziel hat.

Die Albanikantorei singt am Sonntag, 18. Juni, um 18 Uhr in St. Albani Chorsätze von Telemann („Ich danke dem Herrn von ganzem Herzen“), Mendelssohn („Wer nur den lieben Gott lässt walten“) und Bach (Kantate BWV 137 „Lobe den Herren“) sowie Händels „Halleluja“. Gesangssolisten sind Johanna Neß, Marie-Sande Papenmeyer, Sven-Olaf Gerdes und José Lopez de Vergara. Es spielt das Collegium coll’arco.

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