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Nur noch staunen

Abschluss der Nikolausberger Musiktage Nur noch staunen

Einer der leistungsstärksten deutschen Kammerchöre, der Norddeutsche Figuralchor unter Jörg Straube, gestaltete das Schlusskonzert der 2. Nikolausberger Musiktage am Sonntag in der Klosterkirche. Im Zentrum standen die drei Motetten op. 110 von Max Reger, der vor 100 Jahren gestorben ist.

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Der Norddeutsche Figuralchor unter Jörg Straube, gestaltete das Schlusskonzert der 2. Nikolausberger Musiktage

Quelle: Schäfer

Nikolausberg. Regers A-cappella-Chormusik ist selten zu hören. Das liegt nicht etwa an mangelnden musikalischen Qualitäten, sondern an den hohen Anforderungen, die der Komponist mit seiner komplizierten Harmonik an die Choristen stellt. In dem reich modulierenden Satz die Intonation zu halten, fällt auch geübten Sängerinnen und Sängern nicht leicht.

Doch der 1981 gegründete Norddeutsche Figuralchor ist für solche Aufgaben hervorragend gerüstet. Wie das Konzert eindrucksvoll zeigte, sorgt Straube nicht nur für die klangliche Sauberkeit, die bis auf verschwindend geringe Ausnahmen stets perfekt gewährleistet war, sondern auch für die Homogenität des Chorklanges, für das Hervortreten thematisch wichtiger Stimmen, für Ausgewogenheit und Transparenz.

Das zeigte sich etwa in der eröffnenden Kantate „O Tod, wie bitter bist du“: die Stimmfarbe in der Titelzeile war bewusst geschärft, während sie im Schlussteil „O Tod, wie wohl tust du“ auf ganz warme und weiche Klänge umgeschaltet schien. Besonders anspruchsvoll sind die polyphon verästelten Doppelfugen, die Reger gern an den Schluss dieser Motetten stellt – das sind neben dem Eröffnungsstück die Sätze „Ach, Herr, strafe mich nicht in deinem Zorne“ und „Mein Odem ist schwach“. Den Themen merkt man an, dass Reger in erster Linie Organist war: Mit instrumentalen Mitteln ließe sich diese Freude an der Chromatik wesentlich leichter darstellen als mit vokalen. Wenn es dann aber derart perfekt gelingt wie beim Norddeutschen Figuralchor, kann man nur noch staunen.

Ergänzt war das Programm mit einem Palestrina-Kyrie und Bachs Motette „Jesu meine Freude“, gesungen in derselben bestechend hohen Qualität. Für den herzlichen Applaus bedankte sich der Chor mit Regers „Nachtlied“.

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