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Acht Göttinger Bands bei der Oldienight

Revival-Auftritt Acht Göttinger Bands bei der Oldienight

Einige der Musiker haben sich seit Jahrzehnten nicht mehr gesehen. Zur ersten Göttinger Oldienight standen sie wieder gemeinsam auf der Bühne. Acht Bands, die Stadtgeschichte geschieben standen, spielten am Sonnabend in der ausverkauften Soccer Arena in Weende vor 630 Zuschauern.

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Quelle: Heller

Göttingen. Die Idee ist dem Göttinger Altrocker Klaus Faber gekommen, als sein 50-jähriges Bühnenjubiläum anstand. In vielen Bands hat er im Laufe seines Musikerlebens gespielt. Warum sollte er nicht noch einmal versuchen, all die alten Bandkollegen zu einem gemeinsamen Auftritt zu bewegen? Er telefonierte herum und am Ende sagten 42 Musiker zu.

 

Foto: Heller

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Ihre Haare mögen grau und schütter geworden sein, die Figur fülliger, doch auf der Bühne rocken sie wieder wie in alten Zeiten. „Damals kreischten die Mädels vor Begeisterung und ließen sich mit Lippenstift Autogramme auf Bettlaken geben“, erinnert sich Moderatorin Heidemarie Faber an jene wilden Jahre.

 

Da sind zum Beispiel die Ur-Original Beatniks, die sich 1964 zusammenfanden und bei der Eröffnung des ersten Göttinger Jugendtanzlokals, der nach dem Stadtwall benannten Wallnuss, spielten. Oder die Gruppe Eccentrics, die für ihren Blues bekannt war. „Wir mussten damals als Schüler und Lehrlinge hart kämpfen, um uns die teuren Insturmente zu besorgen“, erinnert sich Franz Piesche. Sie übten in der Weender Festhalle. „Dem Hausmeister gefiel unsere Musik“, erzäht Piesche, der heute Managementberater ist. Die Eltern hätten dagegen zum Teil ein Problem mit manchen der „Musiker-Attitüden“ gehabt, etwa den langen Haaren.

 

Die Eccentrics erfanden sich später als Rock- und Pop-Band Aorta neu, die dann in den 70er- und 80er-Jahren bei den Göttinger Altstadtfesten für Stimmung sorgte. An diese Auftritte erinnert sich noch Zuschauer Frank Otto, dessen Vater mit Aorta-Keyboarder Faber beim Katasteramt arbeitete. Die Band reiste als Kulturbotschafter in Göttingens Partnerstädte Cheltenham und Thorn.

 

Auf viele der alten Musiker müssen beim Revival-Auftritt in der Soccer Arena die Blue Moons verzichten. Sie war die unangefochtene Nummer Eins unter den Göttinger Rockbands jener Jahre. „Ich habe die Blue Moons Anfang der 70er-Jahre in der alten Sporthalle in Witzenhausen gehört“, berichtet Zuschauer Reinhold Dräbing, der damals Maler lernte. Zur Feier des Tages ist er in Göttingen in seiner alten Schlaghose erschienen. Auch sein Batik-T-Shirt und die Cordjacke mit dem Che-Guevara-Aufnäher trägt er.

 

Nach 47 Jahren fand sich die Gruppe Take Five wieder zusammen. „Wir sahen uns immer als die Nummer zwei nach den Blue Moons“, erzählt Gitarrist Engelbert Simons, der damals das Max-Planck-Gymnasium besuchte. Zweimal in der Woche hätten sie im Jugendfreizeitheim in der Godehardstraße geübt. Ihm sind die großen Auftritte bei den Herberhäuser Beattagen oder im Duderstädter Schützenhaus in Erinnerung geblieben. Das Ende kam, als die jungen Münner zur Bundeswehr mussten. „Ein grandioser Abend“ meinen am Ende Musiker und Publikum über die Oldienight.

 

Von Michael Caspar

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