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Affären und provozierte Prügel

„Einen solchen Himmel im Kopf“ Affären und provozierte Prügel

Stephanie Gleißner ist 1983 geboren, sie ist noch jung. Abitur muss sie vor etwa zehn Jahren gemacht haben. Genau das ist auch der Zeitraum, über den sie in ihrem Buch „Einen solchen Himmel im Kopf“ zurückblickt, auf die Schulzeit von Annemut und deren Freundin Johanna. 

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Wird beim Literaturherbst lesen: Stephanie Gleißner.

Quelle: Baier

Die war ein Solitär in der Schülerlandschaft, eine anerkannte Außenseiterin. Sie galt als begabt, in ihrer Freizeit beschäftigte sie sich mit Heiligen.

Nach zehn Jahren eigener Irrungen und Wirrungen kommt Annemut zurück in ihre Heimat und findet Johanna hinter dem Schreibtisch einer Krankenkasse vor. Aus der rätselhaften, etwas wilden und kompromisslosen Freundin ist eine Sachbearbeiterin geworden, die das Gespräch mit der alten Freundin verweigert. Gleißner lässt Annemut zurückblicken auf durchtanzte Nächte, auf kleingeistige Nachbarn, auf Affären und den Krach in diesem einen Sommer. Und warum?

Gleißner versucht zu ergründen, was die Freundinnen getrennt hat. Und sie kommt zu möglichen Antworten, die eine junge Frau vor dem Abitur eigentlich schon erkennen sollte, und mit beinahe 30 Jahren hinter sich gelassen haben sollte.

Bleibt die Überlegung, ob sich Annemut vielleicht über ihr eigenes Leben klar werden wollte. Das scheint dringend geboten. Eine Schuppenflechte, wohl heftig befördert von psychischen Problemen, eine Affäre mit einem verheirateten Mann, Prügel von einem Fremden, die sie provoziert, um sich selbst zu  bestrafen: Wenn’s gut gegangen ist, hatte ja das Aufschreiben heilende und reinigende Wirkung. Lesen aber muss man den Roman deswegen nicht.

Stephanie Gleißner: „Einen solchen Himmel im Kopf“. Aufbau-Verlag, 224 Seiten, 16,99 Euro. Die Autorin präsentiert das Buch im Rahmen des Göttinger Literaturherbstes am Montag, 15. Oktober, um 21 Uhr im Alten Rathaus, Markt 9. Kartentelefon: 05 51 / 49 98 02 0.

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