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Akademische Orchestervereinigung feiert

111 Jahre Akademische Orchestervereinigung feiert

Kein Jubiläum, aber eine hübsche Schnapszahl: Ihr 111-jähriges Bestehen feiert die 1906 gegründete Akademische Orchestervereinigung Göttingen (AOV). Am Sonnabend hat das Orchester sein Festjahr mit einem anspruchsvollen Konzert eröffnet. Musik von Barber und Rachmaninow stand auf dem Programm.

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Quelle: Schäfer

Northeim. Zur Premiere war die Northeimer Stadthalle nur im Rang voll besetzt, im Parkett blieben dagegen etliche Reihen frei. Doch wer nicht gekommen war, hat einen fulminanten musikalischen Abend verpasst, der zudem noch mit selten zu hörenden Werken bestückt war.

Zur Eröffnung war das 1939 komponierte Violinkonzert des US-amerikanischen Komponisten Samuel Barber zu hören. Wunderschön lyrisch und mit kantablem Ton spielte die 23-jährige Geigerin Charlotte Kraemer ihren Solopart. Sie studiert derzeit in Weimar und ist als Konzertmeisterin bei der Jungen Deutschen Philharmonie engagiert. Dirigent Niklas Hoffmann sorgte mit seinen AOV-Musikern für ein ausgewogenes, lichtes Klangbild.

Termin

Am Sonntag, 22. Januar, spielt die AOV dieses Programm noch einmal in der Göttinger Stadthalle, Albaniplatz 2. Beginn ist um 19.30 Uhr. Am Sonnabend, 2. April, gibt die AOV um 11 Uhr ein Benefizkonzert mit Musik von Mozart und Richard Strauss in der Uni-Aula am Wilhelmsplatz.

Viel Temperament bewies die Solistin im Finale dieses Konzerts. Mit dem begeisterten Beifall forderte das Publikum nachdrücklich eine Zugabe – es wurde belohnt mit der Vocalise von Rachmaninow in einer Fassung für Violine und Orchester, in der Kraemer die Hörer noch einmal mit traumschönen Kantilenen betörte.Diese Zugabe war zugleich die perfekte Überleitung zum grandiosen Schlussstück des Abends, der zweiten Symphonie e-Moll von Sergej Rachmaninow. Das ist eine ungewöhnliche Herausforderung für ein Liebhaberorchester. Doch hat die AOV schon oft bewiesen, dass sie zu Grenzüberschreitungen dieser Art in der Lage ist, dass sie sehr wohl auch professionellen Ansprüchen genügen kann.

So konnte der 26-jährige Dirigent Hoffmann seine Fähigkeiten, weiträumige musikalische Bögen aufzubauen, Klangräume fein differenziert auszuleuchten, punktgenaue Akzente zu setzen, an einem hochmotivierten, sehr präzise agierenden Ensemble verwirklichen. Spannungsreich und zugleich ausgesprochen poetisch erklang diese ausladende, gefühlsselige Musik, weckte Sehnsüchte, transportierte Melancholie und Trauer, aber auch Leidenschaft, Tatkraft und Freude.Im November hat Hoffmann den Dirigentenwettbewerb des London Symphony Orchestra gewonnen und darf ein Jahr lang als „Assistant Conductor“ bei Proben und Konzerten des LSO mitwirken. Wie viel Zeit er dann noch für die AOV hat, bleibt abzuwarten.

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