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Aller Ballast ist abgeworfen

Aulakonzert Aller Ballast ist abgeworfen

Um „zauberhafte Arrangements und (un)vertraute Originalwerke“ geht es derzeit in der Reihe der Aulakonzerte. Den dritten Abend gestaltet das Schumann-Quartett. Es spielt Werke von Mozart, Webern und Brahms: am Sonntag, 20. November, um 19.45 Uhr in der Aula am Wilhelmsplatz.

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Quelle: r

Göttingen. Das Schumann-Quartett ist ein junges Ensemble. Gegründet wurde es 2007 in Köln von den drei deutsch-japanischen Brüdern Erik, Ken und Mark Schumann zusammen mit der im estnischen Tallinn geborenen, in Deutschland aufgewachsenen Bratscherin Liisa Randalu, Tochter des in Karlsruhe lehrenden Pianisten Kalle Randalu. Erik Schumann spielt die erste, Ken die zweite Violine, Mark ist der Cellist. In der jetzigen Besetzung ist das Quartett seit 2012 zusammen.

Tickets

Karten für den Abend gibt es unter anderem in den Tageblatt-Geschäftsstellen in Göttingen, Weender Straße 44, und in Duderstadt, Marktstraße 9.

Offenbar stimmt die (musikalische) Chemie der vier Musiker. Das dokumentieren die zahlreichen Wettbewerbserfolge: Preise beim Premio Paolo Borciani in Italien, der Osaka International Music Competition in Japan, beim Wettbewerb „Schubert und die Musik der Moderne“ 2012 in Graz sowie beim Prix de Quatour à Bordeaux 2013.

Zwei Standardwerke der Kammermusik bilden den Rahmen des Programms: Mozarts Quartett G-Dur KV 387 mit einer Schlussfuge, die dokumentiert, wie intensiv sich Mozart in dieser Zeit mit dem „Wohltemperierten Klavier“ von Bach beschäftigt hat. Dieses Werk ist das erste der sechs Joseph Haydn gewidmeten Streichquartette Mozarts, die der Komponist als Frucht „langer und mühevoller Arbeit“ beschrieben hat.

Diese Mühe merkt man allerdings dem ganz selbstverständlich fließenden melodischen Strom nirgendwo an. Nicht nur in diesem Quartett zeigt sich Mozarts Bach-Begeisterung, sondern auch in den fünf Fugen aus dem zweiten Band von Bachs „Wohltemperiertem Klavier“, die Mozart für Streichquartett arrangiert hat (KV 405). Diesen Fugen stellt das Schumann-Quartett die 1909 komponierten fünf Sätze für Streichquartett op. 5 von Anton Webern gegenüber. Hier verdichtet der Schüler Arnold Schönbergs den Ausdruck auf knappstem Raum - alle fünf Sätze zusammen dauern etwas mehr als zwölf Minuten. Aller Ballast ist abgeworfen, Wesentliches muss nicht wiederholt werden.

Den Abschluss bildet das 1873 komponierte, sehr lyrisch gehaltene Streichquartett op. 51 Nr. 2 in a-Moll von Johannes Brahms, das im Hauptthema des ersten Satzes auf die 20 Jahre zuvor in Göttingen geschlossene Freundschaft des Komponisten mit dem Geiger Joseph Joachim verweist. Dessen damaliges Lebensmotto „Frei, aber einsam“ ist in den Tönen f, a und e versteckt. Solche Anspielungen waren in der romantischen Musik spätestens seit Robert Schumann nicht selten.

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