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Alles griffbereit für Leena Krüger

Künstleratelier Alles griffbereit für Leena Krüger

Zahlreiche ambitionierte Künstler leben und arbeiten in Südniedersachsen. Wir besuchen sie in ihren Ateliers, stellen sie und ihre Arbeit vor. Heute: Leena Krüger.

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Künstlerin Leena Krüger

Quelle: PH

Göttingen. „Der Vorteil eines Ateliers im Haus ist, dass alles zu jeder Tag- und Nachtzeit griffbereit ist“, sagt Leena Krüger. Viele Jahre hat sie im Göttinger Künstlerhaus gearbeitet, inzwischen hat sich die in Göttingen lebende Finnin zu Hause Atelierräume eingerichtet, die bei aller Funktionalität sehr persönlich und behaglich wirken.

Erste Schichten auf der Leinwand

Auf der Staffelei ist gerade ein Gemälde in Arbeit, erste Schichten sind auf der Leinwand aufgetragen. Farbflecken auf dem Parkettboden zeugen vom malerischen Schaffen. Pinsel, Stiche, Kreide, Schwämme sind ordentlich sortiert. Vor allem viele kleinformatige Bilder fallen ins Auge. Es riecht stark nach Ölfarben.

„Mir ist wichtig, irgendetwas Gefühltes, mir irgendwie Bekanntes, Erlebtes in ein Bild oder ein anderes Kunstwerk hineinzubringen. Auf eine Art, dass es offen genug bleibt für Andere, die vielleicht irgendeine Tür hineinfinden können“, erklärt Krüger ihren künstlerischen Ansatz. In ihrer Malerei, in der sie sich stark vom abstrakten Expressionismus inspiriert fühlt, möchte sie auch nicht abbilden, sondern „durch viele Schichten und manchmal auch skizzenhaft schnell erinnerte Bildsequenzen herausarbeiten“.

Zahlreiche ambitionierte Künstler leben und arbeiten in Südniedersachsen. Wir besuchen sie in ihren Ateliers, stellen sie und ihre Arbeit vor. Heute: Leena Krüger.

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Experimentierend versuche sie, in ihren oft mehrteiligen Bildern beziehungsweise Werkfolgen „eine ästhetische Ordnung zu finden, das Erlebte mit Hilfe von zufälligen Spuren und bewusst gesetzten Zeichen zu einem stimmigen Ganzen zusammenzubringen“, sagt Krüger. Das spontane Losmalen, das sehr gestisch und impulsiv, und außer bei konzeptuellen Arbeiten ganz ohne konkrete Bilder sei, erzeuge hauptsächlich die Spuren. Die Zeichen wiederum stünden für das „Ordnen“. Am Ende sei dann trotzdem „alles mit einem großen Fragezeichen versehen“.

„Die Ästhetik ist eine wichtige Frage“, sagt die Künstlerin. Aber es gehe dabei nicht um Dekoration, sondern übergeordnet in einem gesellschaftlichen und kulturellen Kontext darum, Dinge und Gesehenes erträglich und sichtbar zu machen.

Experimentieren mit Materialien, Formen, Bildformaten

Das Experimentieren mit Materialien, Formen und Bildformaten spiele immer eine Rolle bei der stark periodischen Arbeitsweise gleichzeitig an mehreren Werken. Mitunter fertigt Krüger auch Objekthaftes. Aber die Malerei, die bei ihr von der Grafik ausgehe, sei ihr einfach ein Bedürfnis. Mit Acryl und Tusche arbeitet Krüger auf Papier, zudem auf Leinwand und Aluminium fast ausschließlich mit Ölfarben.

Nach dem Abitur in der mittelfinnischen Universitätsstadt Jyväskylä ging es in die Welt hinaus. „Ich wollte schon immer Künstlerin werden“, sagt Krüger lachend. In den 70er-Jahren kam sie nach Göttingen, wo sie an der Uni Techniken der Radierung sowie in Aquarell- und Tuschemalerei erlernte. Für zehn Jahre ging es nach Ecuador, wo sie ein Gaststudium absolvierte und sich als Künstlerin etablierte. Seit 1993 ist Krüger zurück in Göttingen.

Wo geht es künstlerisch hin?

Wo geht es künstlerisch hin? „Es geht einfach weiter“, sagt Krüger. Sie wünsche sich, einen kleinen Beitrag für Kunst und Kultur leisten zu können. Aktuell bereitet sie mit Diana Janecke und Matthias Walliser die dritte Folge ihrer „Die Zeit heilt alle Wunden“-Ausstellungsreihe vor, die am 29. September in der Torhausgalerie in Braunschweig eröffnet wird. Malen sei eine einsame Tätigkeit. Umso spannender und wichtiger sei es daher, mit anderen Künstlern in Ausstellungsprojekten zusammenzuarbeiten.

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