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Allgäuer Bastard-Pop mit politischer Botschaft

Wilder Musik-Mix Allgäuer Bastard-Pop mit politischer Botschaft

Schwere Elektro-Bässe bringen den Saal in der gut besuchten Musa zum Beben. Ergänzt durch E-Gitarre, E-Bass, Schlagzeug und elektronische Rhythmen sowie den oft gesellschaftskritischen Rap des Namensgebers der Band, Rainer von Vielen, bieten die vier Musiker einen interessanten Musik-Mix, der die bunt gemischte Menge bis in die hintersten Reihen animiert, ausgelassen zu tanzen.

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Bei Anne Clark in der Band, dann solo unterwegs, jetzt mit Band: Rainer von Vielen am Mikrofon.

Quelle: Heller

Mit dem Song „Tanz deine Revolution“ fordert der Sänger sein Publikum gleich zu Beginn des Abends auf, sich der Musik hinzugeben. Das Publikum hört aufs Wort und tanzt, in teilweise sehr ausgefallenen Tanzstilen, den Abend hindurch.

Die facettenreiche Musik, die die Band selbst als Bastard-Pop bezeichnet, macht neben den Elektro- und Hip-Hop-Beats auch gern Abstecher in die verschiedensten Regionen der Welt. So geht es mit heißen Reggae-Rhythmen in die Karibik oder – vollkommen gegensätzlich – mit Akkordeonmusik in die Heimat der Musiker, ins Allgäu.

Immer präsent ist bei Rainer von Vielen die politische Botschaft. Im Song „Sicher ist sicher“ des aktuellen Albums „Milch & Honig“, in dem es heißt: „Mit Kameras das Klo bewachen – sicher ist sicher – wer weiß was dort die Gäste machen“, wird beispielsweise der Überwachungsstaat und die Panik vor terroristischen Anschlägen aufs Korn genommen.

Erstmals tritt Sänger Rainer von Vielen 1998 mit seiner Musik in die Öffentlichkeit und spielt später zeitweise in der Band von Anne Clark. 2008 wird er als erster bayerischer Künstler beim renommierten Berliner Label Motor Music unter Vertrag genommen und das bisherige Soloprojekt wandelt sich zur Band.

Als Support begeistern „Ausgerechnet Wir“, die mit ihrer melodiösen Singer-/Songwritermusik und Liedern wie „Sunglasses at night“ die Zuhörer vereinnahmen. Ein interessanter Mix: Die warme Stimme und das Gitarrenspiel des Sängers Crische werden ummantelt von den tiefen Tönen des elektronischen Cellos von Jann – auch Cellist der Anne-Clark-Band –, den Rhythmen der Trommelinstrumente Djembe und Cajon, gespielt von Maaf, sowie den hohen Klängen, die Maaf dem chinesischen Wanderklavier entlockt. Hintergrund dieses Set-Ups ist es, dass dieses auch unplugged funktioniert. Dass die drei Musiker sich erst diesen Winter in dieser Konstellation zusammengetan haben, ist ihnen nicht anzumerken. Eine faszinierende, extravagante Musik, von der zukünftig hoffentlich noch mehr zu hören sein wird.

Von Noreen Hirschfeld

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