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Alpenpop mit Wanda im Kulturzelt in Kassel

Umarmungen und Geschenke Alpenpop mit Wanda im Kulturzelt in Kassel

Die Band Wanda kommt aus Österreich. Amore heißt ihr erstes Album, das sie jetzt im Kulturzelt an der Drahtbrücke vorstellte. Ein Abend voller Zuneigung, voller Geschenke und voller Alpenpop, der ins rockige driftet.

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Voller Liebe: der Sänger Michael Marco Fitzthum, der sich Marco Michael Wanda nennt.

Quelle: pek

Kassel. Amore steht in großen Lettern auf der Fahrerseite eines Mercedes geschrieben, der das Plattencover des ersten und bislang einzigen Albums von Wanda aus Österreichs Hauptstadt Wien ziert. Amore steht auch auf der Bassdrum von Schlagzeuger Lukas Hasitschka, mit Tape ein bisschen schludrig dort hingeklebt. Um Liebe also geht es der Band also? Mindestens um Freundschaft. Und um ein soziales Miteinander.

Eine knappe Stunde benötigt Sänger Marco Michael Wanda, um nacheinander alle Bandmitglieder herzlich umarmt zu haben. Und 20 Minuten später ist das Konzert auch schon vorbei. Ein guter Zeitpunkt, um die handgeschriebenen Titellisten an die Fans vor der Bühne zu verschenken. Und die restlichen Alkoholika, die die Musiker nicht verzehrt und Zigaretten, die sie nicht geraucht hatten.

Wanda gründete sich 2012, der Aufstieg verlief rasant. Das erste Album wurde hoch gelobt, vielfach nominiert und mehrfach ausgezeichnet. Das zweite soll im Oktober erscheinen. Ihre Konzerte gleiten häufig in Richtung Party. Im Kulturzelt funktionierte das auch ganz gut. Die Menge zeigte sich überaus textfest und kannte offenbar auch schon einige der launigen Ansagen von Sänger Michael Marco Fitzthum, der sich Michael Marco Wanda nennt – nach der Wilden Wanda, einer schillernden österreichischen Zuhälterin. Und dabei bestreitet Fitzthum/Wanda, dass es den legendären Wiener Schmäh geben könnte. Das sei eine Projektionsfläche für die Deutschen, sagt er und lacht.

Eingeschlagen haben im deutschsprachigen Raum vor allem die Titel „Bologna“, „Luzia“, „Kairo Downtown“ und „Schickt mir die Post“, allesamt schön schräg getextet und eingängige Nummern. Da klingt auch eine Alpentradition von Falco bis Wolfgang Ambros mit. Und die legendären Clash, das haben ihnen Kritiker mehrfach bescheinigt. Eine feine Partymischung. 

Das Konzert endete bereits nach 80 Minuten, weil ihnen die Lieder ausgegangen waren. „Wir haben nicht mehr“, bekannte Fitzthum/Wanda und streckte das vorhandene Material durch ausgedehnte Ansagen und das Wiederholen des Titels „Luzia“. Übel nahm der Band das wohl niemand. Im Anschluss, verkauften und signierten die Musiker noch reichlich CDs, Plakate und Vinylplatten. Einer der Konzertbesucher fragte: „Warum habt ihr das Lied ,Jelinek‘ nicht gespielt?“ Bassist Reinhold Weber antwortete: „Was haben wir heute? Den 29.? Das tut mir leid, das spielen wir nie an einem 29. Da musst Du an einem Donnerstag wiederkommen.“ Kein Wiener Schmäh also?

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