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Angela Krauß zu Gast im Literarischen Zentrum

„Im schönsten Fall“ Angela Krauß zu Gast im Literarischen Zentrum

Auf dem höchsten Punkt der Welle stehen und ihr ins Auge schauen, die Arme ausgebreitet balancieren. „So ist der Blick aufs Ganze, und es ist nie alles gut!“ Angela Krauß meint dies durchaus positiv. Für die Autorin, die am Donnerstagabend aus ihrem neuen Buch „Im schönsten Fall“ im Literarischen Zentrum in Göttingen gelesen hat, bedeutet so eine Momentaufnahme Glück.

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Im Gespräch: Angela Krauß redet im Literarischen Zentrum über Liebe, Glück und das Weltall.

Quelle: Theodoro da Silva

Man muss immer weiter suchen, und das sei auch schön, wir seien nur falsch konditioniert. Das Auf und Ab der Wellen beschreibt diesen Gemütszustand gut. Das Glück ist nie von langer Dauer. Wenn man das einmal begriffen habe, lebe es sich sehr gut damit.

Angela Krauß hat in den siebziger Jahren am Literaturinstitut in Leipzig studiert, nachdem sie eine Ausbildung als Werbegestalterin absolviert hatte. Sie hat zu schreiben angefangen, nicht weil sie ein Werk schaffen wollte, „sondern weil ich schon lange wusste, das es in mir liegt.“ Und sie sagt, dass ihre Texte sie beschützen. Die Geschichte ihres Vaters hat sie aufgeschrieben, nachdem dieser sich erschossen hat. Sie war sich nicht sicher, ob sie dieser Aufgabe gewachsen sei. Die Auszeichnung mit dem Ingeborg Bachman-Preis sei dann allerdings eine sehr schöne Bestätigung gewesen.

In ihren Büchern geht es um Liebe. Ihr Fundus an Liebeskraft sei so groß, dass davon noch zehn weitere Schriftsteller profitieren könnten, hat der Literaturkritiker Peter Hamm gesagt. Krauß erklärt diese Thematik in ihrem neuen Buch ganz nüchtern: „Die Liebe gehört ja zum Weltall“, heißt es dort. Dieser Satz ist genauso eindringlich wie ihre Sicht auf die Welt: „Das Weltgebäude will errichtet werden – man muss ja irgendwo wohnen.“ Wenn Krauß liest tut sie dies mit Hingabe, sehr ruhig, fast nachdenklich, man spürt die Liebe zu ihrem Tun.

Zu meinen Büchern finden auch die, die mir darin ähnlich sind, immer nachzudenken“, sagt die Autorin. Die Auseinandersetzung mit der Welt, mit dem Leben und der Liebe führt Krauß in jedem Satz. „Ich wollte die Welt werden, das All, der Traum, das Unendliche, ohne es vorher verstehen zu müssen“, sagt sie in ihrem vor zwei Wochen erschienenen Buch. Dass sie verstanden hat, daran ließ Krauß im Gespräch mit Anja Johannsen, Leiterin des Literarischen Zentrums, allerdings keinen Zweifel: „Die Welt entsteht, indem wir sie selber errichten, sie ist nicht draußen, und wir müssen nur hineintreten.

Von Eida Koheil

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