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Anna Baar liest im Göttinger Bahnhofscafé

„Ich hatte die Tabuisierung satt“ Anna Baar liest im Göttinger Bahnhofscafé

Die Autorin Anna Baar hat ihren Debütroman „Die Farbe des Granatapfels“ im Balzac Café vorgestellt. Gemeinsam mit Thorsten Ahrend, leitender Lektor beim Wallstein-Verlag, sprach sie im Bahnhofsgebäude über das Autobiografische in ihrem Roman und seinen Entstehungsprozess.

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Mit Debütroman im Café: Anna Baar.

Quelle: Hinzmann

Göttingen. Schon länger hatte Baar Teile ihrer Familiengeschichte aufgeschrieben und ihre Notizen in Schubladen verwahrt. Ein befreundeter Literaturwissenschaftler habe sie schließlich dazu gebracht, einen Roman daraus zu machen. Das Buch erzählt die Geschichte einer Frau, die als Kind österreichischer und jugoslawischer Eltern aufwächst. Jeden Sommer besucht sie die dalmatinische Heimat ihrer Großmutter, in der die Vorurteile der ehemals verfeindeten Nationen fortleben und die Deutsch als „Mördersprache“ bezeichnet. So hat Baar es selbst in ihrer Kindheit erlebt: „Meine Großmutter liebte einen Teil von mir, einen anderen Teil lehnte sie ab.“

 

Der Gegensatz zwischen Jung und Alt habe sie gereizt, wie auch das Verhältnis der beiden Protagonistinnen zueinander. „Das Wesen der Liebe ist auch ein Abarbeiten und Kämpfen miteinander. Die beiden hassen sich in ihrer Liebe und lieben sich in ihrem Hass“, erklärt Baar die Ambivalenz ihres Begriffs von Liebe.

 

Die Entscheidung einen autobiografischen Roman zu schreiben sei mutig und dreist. „Es bringt Zoff in die Familie und wird als Munition gegen dich verwendet. Aber ich hatte die Tabuisierung satt“, erzählt die Schriftstellerin aus Österreich. Ihre eigene Großmutter, die inzwischen 93 Jahre alt ist, hat den Roman noch nicht gelesen. Er wurde noch nicht ins Kroatische übersetzt. „Ich weiß gar nicht, ob ich mir wünschen soll, dass sie ihn liest“, gibt Baar zu.

 

► Anna Baar: „Die Farbe des Granatapfels“, Wallstein Verlag, 320 Seiten, 19,90 Euro.

 

Von Jorid Engler

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