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Anne-Marie groovt das Deutsche Theater

NDR2 Soundcheck in Göttingen Anne-Marie groovt das Deutsche Theater

Stuck statt Discokugel – das gediegene Ambiente im Deutschen Theater will nicht zur modernen Popnummer passen mit der Anne-Marie ihr Publikum zum Grooven bringt. Die Britin begeisterte beim Soundcheck Konzert mit Partymucke und starker Stimme.

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Anne-Marie beim NDR 2 Soundcheck im Deutschen Theater Göttingen

Quelle: Peter Heller

Göttingen. Nur eine Stunde nach dem Soundcheck-Konzert von Rudimental betritt Anne-Marie die Bühne im Deutschen Theater. Mit Rudimental nahm sie 2015 „Rumour Mill“ auf und landete ihre erste Chartplatzierung. Jetzt bestreitet sie ihr eigenes Konzert. An Anne-Marie ist nur ihr Name altbacken. Die 26-jährige Britin performt in gestreifter Schlafanzug-Kombi mit nicht viel drunter Disco-Ohrwürmer, die an Dancehall erinnern, mit wandelbarer Stimme. Die Beats laden zum Tanzen ein und Anne-Marie macht es mit einigen coolen Moves vor. Nur will das Publikum lieber in den gepolsterten Stühlen versinken. Die Zuhörer sind textsicher aber tanzfaul.

In den Rängen des Theaters scheut man die Bewegung weniger. Im Parkett schränken die roten Sesselpolster die Bewegungsfreiheit ein. Zum Radiohit „Alarm“ erheben sich dann aber doch alle wie auf Kommando. Den Tanztest besteht der Song aber nicht. Zu langsam sind die Beats, als dass sie mitreißen. Beeindruckend ist jedoch Anne-Marie, die aus ihrer Stimme alles rausholt und geradezu ins Mikrofon schreit. Ihre kraftvolle Stimme nimmt den ganzen Raum ein. Zu „Rockabye“ wird dann endlich getanzt. Anne-Marie hat trotz der sparsamen Bewegungsfreude des Publikums einen guten Draht zu ihren Fans. Immer bevor sie ein Lied ankündigen kann, tauscht sie einige glockenhelle Lacher und Juchzer mit den Mädchen aus dem Publikum aus.

Neben den im Radio rauf und runter gespielten Tracks hat Anne-Marie noch ein paar ältere Lieder auf Lager. „Ihr kennt die Songs von meiner EP ‚Karate‘ vielleicht nicht...“, setzt sie an und wird schon von ungläubigen Johlern unterbrochen. Mit hoher Mädchenstimme säuselt sie ihr „Karate“ und wechselt dann in ein monotones „Ichi, Ni, San, Shi, Go“. Auf Japanisch zu zählen, lernt man beim Kampfsport. Und Anne-Marie hat lange Karate praktiziert, wurde sogar dreimal Weltmeisterin. Das Kampfsportritual wird in ihrer Musik zum Beat-Element umfunktioniert. Den untermalt sie dann gleich noch mit einer Schlagkombination und einem Kick.

Die gute Laune in „Ciao Adios“ kontrastiert mit den Textzeilen. Das sonnige Pop-Lied handelt vom Betrug in einer Partnerschaft. Im Musikvideo fährt Anne-Marie in hippiebunten Klamotten auf einem Fahrrad durch ein orientalisches Bad. Auf den Brettern des Deutschen Theaters hat sie kein Fahrrad. Dabei würde das so gut zum Göttinger Stadtbild passen. Den letzten Song hat Anne-Marie passend gewählt. Der Text passt gut zum Ende des Konzerts: „Ciao Adios I’m done“, singt sie und streckt noch einmal frech die Zunge raus.

Von Jorid Engler

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