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Antifee: Zwei Tage Festival mit Musik auf dem Göttinger Uni-Campus

Zum Wohlfühlen Antifee: Zwei Tage Festival mit Musik auf dem Göttinger Uni-Campus

Streiten, sich anfeinden und gegenseitig übertrumpfen – der Gedanke des Battles gehört zum HipHop einfach dazu. Doch manchmal wird es auch der Musikerin zuviel. „Eigentlich ist es ja doof, sich die ganze Zeit zu beleidigen“, sagt Haszcara. Die Künstlerin aus Göttingen eröffnet das Bühnenprogramm des diesjährigen Antifee-Festivals.

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Antifee-Musikfestival auf dem Campus der Uni Göttingen.

Quelle: Theodoro da Silva

Göttingen. Bei ihrem letzten Lied begleitet sie sich selbst mit einer Akustikgitarre, statt einen lauten Beat unter ihren Sprechgesang zu setzten. „Ich dachte, ich nehme dem mal die Schärfe“, sagt die Künstlerin, und singt ein Lied über einen Trucker. „Keiner mag dich, du fährst 80“, heißt es da.

 
Antifee ist ein Festival für queer-feministische Gesellschaftskritik und wird auf dem Universitätsgelände organisiert. Zwei Tage lang werden Workshops angeboten, Vorträge gehalten oder Theater gespielt, abends gibt es ein Musikprogramm. „Wir wollen ein Festival, auf dem sich möglichst viele Menschen wohl fühlen können“, schreibt das Organisationsteam im Programmheft. Das gelingt ihm zum Beispiel durch das Bemühen um Barrierefreiheit. So werden etwa alle Musikstücke auch in Gebärdensprache übersetzt.

 
Das Antifee ist tatsächlich ein Festival, bei dem man sich wohlfühlen kann. Das Publikum sitzt auf der Wiese, viele haben dafür Decken mitgebracht. Früh am Abend sind auch Kinder dabei. Das Ganze erinnert an ein beschauliches Familienpicknick – allerdings mit Livemusik. Doch diese steht gar nicht im Fokus. Viel mehr geht es um gute Gespräche.

 
Besonders die beiden Rapperinnen überzeugen aber mit ihrer Musik. Nach Haszcara steht Lady Lazy auf der Bühne. Zornig sind ihre Texte, aber auf einer anderen Weise, wie man es von den Mainstream-Rappern gewohnt ist. Kein Aufruf zur Gewalt, keine Verherrlichung von Drogen, keine frauenfeindliche Parolen. Stattdessen befassen sich ihre Texte mit gesellschaftlichen Problemen. „So, jetzt hatten wir das Thema Homophobie. Machen wir weiter mit Sexismus“, kommentiert die Berlinerin zwischen zwei Stücken. In gewisser Weise ist Lady Lazy der ursprünglichen Intension des HipHops, der in seinen Anfängen vor allem die Kritik an sozialer Ungerechtigkeit zum Thema hatte, damit viel näher als so mancher bekannte Rapper. Das Festivalpublikum honoriert ihre Musik mit viel Applaus.

 
Das Musikprogramm am heutigen Sonnabend beginnt um 18 Uhr mit der Sängerin Bahati aus Berlin. Die Festivalbühne steht auf dem Universitätscampus zwischen Kreuzbergring und dem Blauen Turm. Der Eintritt ist frei.

 
➨ Programm und weitere Informationen unter  antifee.de/antifee/

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