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Anton von Lucke über Fitness, Hamburg und Frankreich

Schauspieler im Umzieh-sing-spring-Modus Anton von Lucke über Fitness, Hamburg und Frankreich

Zwei Theaterhäuser stehen in Göttingen. Dazu kommen professionell arbeitende freie Theater und ein studentisches. Eine Tageblatt-Serie stellt die Schauspieler vor.

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Quelle: Heller

Göttingen. Als Gast ist Anton von Lucke ans Deutsche Theater (DT) gekommen, inzwischen ist er festes Ensemble-Mitglied. Philip Hagmann, zu der Zeit Dramaturg am DT, habe ihn in Berlin auf der Bühne gesehen und gefragt, ob er Lust habe, nach Göttingen zu kommen, erinnert sich Lucke. Der gebürtige Hamburger studierte von 2011 bis 2015 an der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ Berlin. Göttingen ist seine erste feste Station. An dem Haus am Wall fühlt er sich sehr wohl. Viele seiner Kommilitonen seien über ganz Deutschland verteilt an Theatern, oft an Mehrspartenhäusern. Am DT kenne er fast jeden Mitarbeiter, das sei an großen Häusern nicht möglich.

Für seine erste Rolle am DT in der Produktion „Black Rider“ musste er mit einem Schreckschussrevolver schießen. Auf einem Internet-Video ist zu sehen, wie er die Waffe fingerfertig über den Finger rotieren lässt. Eine natürliche Gabe? „Ich musste lange dafür trainieren“, sagt Lucke. Auf dem Videokanal Youtube habe er als Suchbegriff Gunspinning eingegeben und sei auf einen Profi gestoßen, der diesen Umgang mit der Pistole erläuterte. Und obwohl sein Video ziemlich professionell aussieht, räumt Lucke ein: „Ich kann das ja nicht richtig gut.“

Zur Schauspielschule sei er nicht direkt nach dem Abitur gegangen, erklärt Lucke. Als Trainer für Fußball und Tischtennis habe er erst ein freiwilliges soziales Jahr absolviert. Und zum Theater sei er gekommen, weil er direkt neben einer Spielstätte des Thalia-Theaters in Hamburg gewohnt habe. Eines Tages sei er einfach hingegangen und habe gefragt, ob er nicht etwas machen könne, „Karten abreißen zum Beispiel“. Der Einstieg klappte, „als ganz viel“ habe er dort gearbeitet.

Wenn er heute in seine Heimatstadt komme, genieße er schon beim Aussteigen aus dem Zug die frische Nordseeluft. Und dann gehe er am liebsten an die Elbe „zum Schiffe gucken“ – früher mit den Eltern ein Graus, heute ein gutes Gefühl, eine „schöne Heimat“.

„Fließend Französisch“ gibt Lucke als Sprachkenntnis an. „Ich mochte die Sprache schon immer“, sagt der 26-Jährige. Sein Vater habe in Paris studiert, viele französische Filme hätten sie später dann angesehen. Und drei Monate verbrachte er in einem französischen Internat, „100 Jahre zurück“, sei die Einrichtung gewesen. Mit 25 Mitschülern habe er in einem Schlafsaal genächtigt. „Das gab eine Gemeinsamkeit gegen die Autoritäten“, erinnert er sich. Die Wochenenden habe er auf einem Reiterhof verbracht. „Dabei habe ich eigentlich Angst vor Pferden.“

Zwei Wochen lang besuchte er in der Schauspielschule in der Ferienzeit freiwillig einen Clownskurs. „Das war für mich etwas Erleuchtendes“, sagt Lucke. Hinter dem Clownsein stecke eine richtige Philosophie. Dort habe er „das Überleben auf der Bühne gelernt“. Und: „Der ist immer gerne da.“

In den sechswöchigen Theaterferien sei er in diesem Jahr für zwei Wochen nach Marseille gefahren, sagt Lucke, „zum ersten Mal alleine“. „Raue, aber sehr herzliche Leute“ habe er in dieser Zeit kennen gelernt. Lucke: „Ich brauche immer etwas, dass mich antreibt. Sonst denke ich nach vier Wochen, vielleicht kann ich in zwei Wochen nicht mehr spielen.“ Und was unternimmt er für seine Fitness? „Nichts“, sagt Lucke kategorisch. „Alle Stücke, die ich im Moment spiele, sind sehr bewegungsintensiv. Ich bin immer im Umzieh-spring-sing-Modus.“

Anton von Lucke

Geboren: 30. September 1989 in Hamburg

Ausbildung: Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ Berlin

Status: der Frankophile

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