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Der Reiz des Experimentellen

Ausstellung von Uli Schiller Der Reiz des Experimentellen

Eine Ausstellung mit Arbeiten des Göttinger Künstlers Uli Schiller ist am Sonntag in der Galerie Art Supplement in Göttingen eröffnet worden. Bis zum 19. August wird dort eine Auswahl an Radierungen, Zeichnungen, Collagen und Objekten gezeigt.

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Quelle: Heller

Göttingen. „Ein Thema, das sich auf ganz unterschiedliche Weise durch mein Leben zieht, ist der Karton, das Paket“, sagt Uli Schiller. Und so seien im Verlauf der Jahre dazu Radierungen, Zeichnungen, Collagen und Objekte entstanden, die Beobachtungen, Erlebnisse und Empfindungen transportieren. Trotz hochsommerlicher Temperaturen stehen die Gäste nun gedrängt in der Galerie, um Einblicke in die Welt der Schillerschen Pakete zu erhalten.

Mit viel Gespür ausgewählt, versiert und für den Betrachter sehr ansprechend gehängt, wird hier eine Auswahl an künstlerischen Arbeiten präsentiert. „Ein Querschnitt? Nein“, sagt Schiller, für den der Satz gilt: „Kunst gehört zur Körperhygiene.“ In jungen Jahren hatte er sich an der Kunstakademie in Berlin beworben, und war dann doch Mediziner geworden. Sein Berufsleben als Chirurg in Göttingen hat er inzwischen hinter sich gelassen. Aber „das Interesse am Manuellen“ in seiner künstlerischen Arbeit sei ihm schon beruflich bedingt zu eigen. Und auch das Experimentelle habe ihn schon immer gereizt.

Neben Monotypien und Zeichnungen, die teils auch coloriert sind („Ich habe schon immer gezeichnet. Es gibt keinen Tag von frühester Kindheit an, an dem ich nicht gezeichnet habe“), begeistert sich Schiller für Radierungen. Und so verweist er auf Kaltnadelradierungen auf Aluminium, die übermalt und wieder auswischt sind, wobei die Farbe an den Graten für Effekte sorgt. Und für den Ausstellungsbesucher ist es reizvoll, sich auf die Suche nach den gedruckten Pendants zu den silbrig im Sonnenschein, wie illuminiert glänzenden Radierungen zu begeben.

Eine Vielfalt gibt es zu entdecken. Arbeiten, in denen man auch die Auseinandersetzung mit Größen der Kunstgeschichte wie Picasso und Braque in Zitaten findet. Wobei sich gerade bei den Mitbegründern des Kubismus wieder der Bogen hin zum Kubus, und folgerichtig hin zu Schillers Affinität zum Paket als Thema schließt.

Bemerkenswert sind auch die Bilder, in denen er Lackfarbe mittels einer medizinischen Spritze und mit sicherem Strich auf Papier gebracht hat. Neben hohen technischen Fertigkeiten besticht auch die Feinheit und Dezenz in den gezeigten Arbeiten, die den Betrachter auffordert, genauer hinzuschauen. Dabei fallen zwei mit Silberstift übermalte Frottagen besonders ins Auge, auf denen sich Frauengestalten ganz zart aus nebelhaftem Hintergrund herauszulösen scheinen. Rätselhaft schön anzusehen.

Die Ausstellung mit Arbeiten von Uli Schiller wird bis Freitag, 19. August, in der Galerie Art Supplement, Burgstraße 37a, gezeigt. Geöffnet ist Montag bis Freitag 15 bis 18 Uhr, Sonntag 11 bis 13 Uhr.

Von Karola Hoffmann

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