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Arne Dahl spricht in Göttingen über seine Arbeit

Solo im Kopf Arne Dahl spricht in Göttingen über seine Arbeit

Ein musikalisches Gesamtkonstrukt, für jegliches orchestrale Instrument ausgearbeitet, bis in die allerkleinsten Spitzen. „Es ist meine Symphonie“, sagt Arne Dahl über sein Werk – bloß ohne Orchester und Musik.

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Zwischen Aufklärung und Romantik: der schwedische Schriftsteller Arne Dahl alias Jan Arnald.

Quelle: Vetter

Göttingen. Denn der Schwede spricht beim ersten Krimi-Abend des Literarischen Zentrums in der Aula am Wilhelmsplatz vor den etwa 170 Besuchern über sein Schaffen als Schriftsteller und über die A-Gruppe in seiner Krimi-Reihe. Im Mittelpunkt steht der nun ins Deutsche übersetzte Krimi „Der elfte Gast“.

Arne Dahl heißt eigentlich gar nicht Arne Dahl, sondern Jan Arnald. Mit dem Pseudonym wollte der Schriftsteller „Arne vor Jan schützen“. Er arbeitet als Literaturwissenschaftler und -kritiker sowie für die Schwedische Akademie. Außerdem gibt er die Zeitschriften Artes und Aiolos heraus. Ohne über sein vorheriges Schaffen beurteilt zu werden, wollte Arnald mit dem Pseudonym als Kriminalautor Fuß fassen. Als solcher gelang ihm der internationale Durchbruch mit der Krimireihe um die A-Gruppe.

Bei dem Team handelt es sich um eine Sonderermittlungseinheit der schwedischen Polizei zur Bekämpfung von Verbrechen internationaler Tragweite.  1998 erschien das erste Buch der Reihe in Skandinavien. Arnald betont in dem Werken immer wieder das Kollektiv.

Nur in der Gruppe sind die einzelnen Charaktere mit ihren individuellen Stärken und Schwächen erfolgreich. Das habe er auch ganz bewusst so entschieden, erklärt der Schriftsteller im Gespräch mit der Moderation des Abends, Karin Hoff. Die Direktorin des Skandinavischen Seminars an der Universität Göttingen spricht Arnald auf die erfolgreichen zehn Bände um die A-Gruppe und auf das abschließende elfte Werk „Der elfte Gast“ an.

Gegenüberstellung von Aufklärung, Romantik und Mystik

Das sei zwar mit denselben Charakteren aber ansonsten anderes aufgebaut – kein Krimi im eigentlichen Sinn, sondern eher Einzelgeschichten umrahmt von einer Erzählung. Er habe „wirklich Trennungsängste“ gehabt berichtet Arnald, der gutes Deutsch spricht. Die Buchcharaktere hätten ihn sogar in seine Träumen verfolgt, sodass er noch ein letztes Buch schreiben musste.

Arnald sieht im Krimi die Gegenüberstellung von Aufklärung – dem Glauben an die Vernunft – und von romantischen Vorstellungen sowie dem Mysteriösen. Eigenschaften, die sich in ihm selbst abzuzeichnen scheinen. Auf der einen Seite die eiserne Recherche, die für Arnald mehr Arbeit sei. Politisches komme immer wieder in den Geschichten vor, sagt Hoff. Auf der anderen Seite die Charaktere in seinen Träumen.  Die Belohnung  folgt nach dem Recherchieren. Genau dann, „wenn das ungeschriebene Buch zur mir sagt: nun darfst du mich schreiben“, sagt der Schriftsteller.

Seit 2011 erscheint in Deutschland Arnalds Reihe um die geheime internationale Sondereinheit „Overt Police Cooperation“ bei Europol. Er versuche in seinen Werken immer wieder „weniger politisch zu werden“, sagt er. Doch dann kam die Finanzkrise, so der Schwede. Eventuell schafft er es bei seinen kommenden Projekten. Da will es Arnald nicht mit einer Symphonie, die in zehn oder mehr Bänden gipfelt versuchen. Er hat eher ein „Solo“ im Kopf.

Von Friedrich Schmidt

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