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Aschenputtel auf dem Rittergut

Meisterschüler aus Weimar Aschenputtel auf dem Rittergut

Zwölf Tage lang haben sie das Werk einstudiert, von morgens 8 Uhr bis 22 Uhr gearbeitet. Am Montag boten die jungen Meisterschüler des Lyric Opera Studios Weimar im barocken Innenhof des Rittergutes Besenhausen eine grandiose Aufführung von Gioacchino Rossinis La Cenerentola (Aschenputtel).

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Die Sommerkurs-Teilnehmer stammten aus 15 verschiedenen Ländern.

Quelle: Wenzel

Besenhausen. Der Sommerabend war herrlich, die Atmosphäre auf dem Gutshof mit seinen schnatternden Gänsen und dem gepflegten Garten fantastisch. Zum sechsten Mal ist Damon Nestor Ploumis, der künstlerische Leiter und Regisseur, mit seinen Schülern nach Besenhausen gekommen. Er ist mit dem Bruder von Moritz Flechtner, dem Hausherren des Rittergutes, befreundet.

Die Sommerkurs-Teilnehmer, die aus 15 verschiedenen Ländern der Erde stammen, nutzen die dreieinhalb Wochen in Deutschland um Kontakte zu knüpfen. „Der deutschsprachige Raum ist der weltweit größte Arbeitsmarkt für das Musiktheater“, berichtet Ploumis. Die Sänger stellen sich Agenten vor, die sie an Häuser wie die Deutsche Oper Berlin, die Semperoper in Dresden oder das Nationaltheater in Weimar vermitteln.

Mit Rossini hatte Ploumis einen Komponisten gewählt, der den Sängern viel Ausdauer und Beweglichkeit abverlangt. „Seit neun Jahren biete ich die Sommerschule an, erstmals habe ich mich an Rossini herangewagt“, sagt der Regisseur. Seine Inszenierung der italienischsprachige Oper, die viele komische Elemente enthält, forderte die Sänerginnen und Sänger auch schauspielerisch.

Grandios meisterte Elizaveta Agladze, die die Hauptrolle der Angelina, des Aschenputtels, übernahm, die Koloraturpartien. Kaum zu glauben, dass die dramatische Mezzosopranistin so etwas noch nie vorher gesungen hat. Den Prinzen gab Ramiro Ortega, der aus Ecuador stammt und im amerikanischen Bundesstaat Indiana studiert. Einen Kopf kleiner als das Aschenputtel, sang der Tenor mit ungeheurem Feuer und erreichte mit seiner Stimme höchste Töne.

Die beiden eingebildeten Schwestern, die das Aschenputtel mobben, heißen bei Rossini Tisbe und Clorinda. Gespielt wurden sie von der Amerikanerin Margot Kinscherff und der Britin Nina Kanter, die über eine starke Stimme verfügt. Stark war auch der polternde, tyrannische Vater Don Magnifico, den Lukas Zientarksi aus Polen mimte. Der Bariton hat zuvor noch nie ein Lied aus einer Oper gesungen. Die Rolle des Dieners Dandini, der im Auftrag seines Herren über weite Teile des Stücks den Fürsten gibt und so Don Magnifico und dessen Töchter täuscht, übernahm Christopher Kelley mit großem schauspielerischem Talent. Nathan Murphey aus den USA trat als weiser Erzieher des Fürsten auf. Großartig war der Männerchor.

Die Japanerin Nabuko Amemiya, die in New York lehrt, begleitete die Musiker am Klavier. Olaf Storbeck aus Weimar dirigierte.

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