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Spurensuche im Weltall

Literaturherbst Spurensuche im Weltall

Sind wir allein im Universum? Dieser Frage widmete sich die österreichische Astronomin und Astrophysikerin Lisa Kaltenegger zur Eröffnung des 25. Göttinger Literaturherbstes am Freitagabend. Der Alfred-Hessel-Saal im Historischen Gebäude der Universitätsbibliothek war ausverkauft.

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Lisa Kaltenegger

Quelle: Hinzmann

Göttingen. Nach Grußworten von Göttingens Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler, Landrat Bernhard Reuter, der Universitätspräsidentin Ulrike Beisiegel und dem stellvertretenden Bibliotheksdirektor Armin Müller-Dreier beschrieb Kaltenegger ihre Spurensuche im Weltall. Sie sei „leidenschaftlich neugierig“, bekannte die an der Cornell University in den USA lehrende und forschende Wissenschaftlerin, die in einem gut einstündigen, frei gehaltenen Referat dem gespannt lauschenden Publikum viel von dieser Leidenschaft vermittelte.

Begleiter in fernen Galaxien

Mehrere Tausend Exoplaneten hat die 39-jährige Astronomin in den vergangenen zwölf Jahren entdeckt. Auf welche Weise die Begleiter ferner Sonnen in unserer Galaxis gefunden werden können, beschrieb sie sehr anschaulich: Zum einen bewirkt die Gravitation des Planeten während der Umkreisung eine etwas ruckelige Bewegung seiner Sonne, zum anderen verringert sich auch das Licht dieses Sterns, wenn der Planet ihn zum Teil verdeckt.

Sind wir allein im Universum?

Lisa Kaltenegger: Sind wir allein im Universum? Ecowin Verlag 2015, 192 Seiten, 19,95 Euro.

Auf diese Weise kann man auf die Existenz von fernen Planeten schließen. Bestimmte Eigenschaften des Lichtes geben Auskunft über die Zusammensetzung seiner Atmosphäre. „Licht-Fingerabdrücke“ nennt Kaltenegger diese Methode der Spurensuche.

Zwar sei, so hob die Forscherin hervor, noch nirgends außerirdisches Leben tatsächlich nachgewiesen worden. Doch sei es mit immer leistungsfähigeren Teleskopen möglich, Planeten ausfindig zu machen, auf denen erdähnliches Leben denkbar sei. Zudem könnten wir bei der Untersuchung von Exoplaneten, die älter als die Erde seien, schon einen Blick in die Zukunft unserer Erde werfen und unseren Heimatplaneten besser verstehen.

Tour de force

Freilich sei dies alles sehr, sehr weit entfernt: Verkleinert man das Sonnensystem auf die Größe eines Kekses, findet man den nächsten Exoplaneten in einer Distanz von zwei Fußballfeldern. Eine „Tour de force durch unsere kosmische Nachbarschaft“ nannte Kalteneggers Göttinger Kollege Prof.  Sami K. Solanki diesen ungewöhnlich lebendigen, ausgiebig beklatschten Vortrag.  

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Von Redakteur Michael Schäfer

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