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"Stampfende Mühle der Erinnerung"

Vespers Frohburg zum Auftakt in Berlin "Stampfende Mühle der Erinnerung"

Mit einer Lesung des Göttinger Schriftstellers Guntram Vesper hat der Göttinger Literaturherbst in Berlin auf das  25. Festival im Oktober aufmerksam gemacht. Vor etwa 100 Gästen wurde das südniedersächsische Literaturfestival am Dienstag in der Niedersächsischen Landesvertretung vorgestellt.

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Schriftsteller Guntram Vesper im Gespräch mit Thedel von Wallmoden vom Göttinger Wallstein-Verlag in der Landesvertretung in Berlin.

Quelle: Brünjes

Berlin/Göttingen. Erschütternde Szenen, unterhaltsame Episoden: In seinem Lebenswerk "Frohburg" lässt der 1941 geborene Vesper die deutsche Geschichte seit dem Kriegsende Revue passieren. Einige der 1000 Seiten des Buches las er vor. Moderiert von Thedel von Wallmoden erhielt das Publikum nicht nur Einblick in den Roman, sondern auch in die Begebenheiten des Schreibens. Schon 2009 hat Vesper die Arbeit an dem Werk begonnen. Im März erhielt die Neuerscheinung den Preis der Leipziger Buchmesse.

Den Preis habe Vesper "sehr verdient" erhalten,betonte Wallmoden. Der Verleger des Göttinger Wallstein Verlags gestand, dass er mit Spannung den im Schöffling-Verlag erschienenen Roman erwartet habe. Er beglückwünschte den Literaturherbst zum 25-jährigen Bestehen und dazu, "das großartige Festival hier im Vorort von Göttingen eröffnen zu dürfen". Zuvor hatte bereits Michael Rüter, Chef der Niedersächsischen Landesvertretung in Berlin, sich für den Göttinger Besuch bedankt und betont, "es muss nicht das einzige Mal sein, den Leseherbst in der Landesvertretung vorzustellen."

Die Geschichte des 1992 von Christoph Reisner begründeten Göttinger Literaturherbst stellte Johannes-Peter Herberhold den etwa 100 Gästen, darunter einstige Göttinger und einige Autoren, vor. Das Festival, so Literaturherbst-Geschäftsführer Herberhold, habe sich inzwischen zu einem Ereignis weit über die Stadt hinaus entwickelt mit in diesem Jahr  mehr als 70 Veranstaltungen an 30 Spielorten und zehn Tagen "Die stampfende Mühle der Erinnerung" ist ein Begriff, den Vesper in seinem Roman einsetzt und den Wallstein zum Oberbegriff machte, um das Werk zu beschreiben.

Vesper wählte für die Lesung Szenen aus der frühen Kindheit mit brutalen Racheakten im sächsischen Frohburg, beschrieb die Nöte eines Schuljungen in Gießen ab 1958, die Nachlassarbeit für seinen Bruder oder die Göttinger Lebenssituation. Ernst und bedrückend, aber auch sehr humorvoll und unterhaltsam las Vesper. "Frohburg"' so urteilte Wallmoden, vereine die verknappte lyrische Sprache des Lyrikers mit der des ausgreifenden Erzählers, der auch lakonisch beschreibe. Und all das bot der Göttinger auch seinem Publikum in Berlin.

Guntram Vesper liest am Mittwoch, 26. Oktober, beim 25. Göttinger Literaturherbst aus "Frohburg" um 19 Uhr im Einbecker Literatur Haus, Bürgermeisterwall 6. Kartenvorverkauf in den Tageblatt-Geschäftsstellen in Göttingen, Weender Straße 44, und in Duderstadt, Marktstraße 9.

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