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Opulente Kammermusik-Besetzung

Aulakonzerte: Saisonstart mit Counterpoint Opulente Kammermusik-Besetzung

Ein Bläserquintett plus Klavier ist eine besonders opulente Kammermusik-Besetzung. Ihr hat sich das junge Ensemble Berlin Counterpoint verschrieben. Am Sonntag eröffnete es die neue Saison der Aulakonzerte, die unter dem Motto „Zauberhafte Arrangements – (un)vertraute Originalwerke“ steht.

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Counterpoint: Aaron Dan, Sacha Rattle, Zeynep Özsuca, Heidi Mockert, Andrej Žust und Viola Wilmsen (v. l.)

Quelle: EL

Göttingen. Aaron Dan, der Flötist des Ensembles, hat den Mut zu ungewöhnlichen Bearbeitungen, von denen das Ensemble gleich drei präsentierte. Zu Beginn gab es eine frühe Händel-Ouvertüre, deren neues Klanggewand mit Flöte, Oboe, Klarinette, Fagott, Horn und Klavier einen Puristen historischer Aufführungspraxis möglicherweise in Schockstarre versetzen könnte. Doch die unbekümmerte Spielfreude der sechs Musiker, die Spritzigkeit, mit der sie sich die Motive zuwarfen, der Spaß am kammermusikalisch durchsichtigen, andernorts auch fast orchestralen Klang blies solche Bedenken im Nu hinweg.

Noch gewagter – und noch spannender – waren die Arrangements zweier groß besetzter Orchesterwerke. Wunderbar schwelgerisch gestalteten die Musiker das Vorspiel zu „Tristan und Isolde“ von Richard Wagner, in dem Arrangeur Dan die abwechslungsreichen Holzbläser-Farben durch einen geradezu rauschenden Klavierpart komplettiert.

Die Pianistin Zeynep Özsuca zeigte hier große Virtuosität, dazu wohldosierte Kraft und berückende Zartheit. Aus diesem Tutti-Klang leuchteten die Bläsersoli hervor: der auch in tiefen Lagen erstaunlich volle, runde Flötenton von Dan, die zarten, fein geschwungenen Linien der Oboe (Viola Wilmsen), die im Ausdruck sehr vielfältige Klarinette (Sacha Rattle), das virtuose, aber auch immer wieder beseelt-kantable Fagott (Heidi Mockert) sowie der sich hier warm in den Ensembleklang integrierende, dort aber auch strahlend hervortretende Hornton (Andrej Žust).

Nahtlos schloss sich das zweite Orchesterstück an, nämlich „Till Eulenspiegels lustige Streiche“ von Richard Strauss. Dieser gleitende Übergang verwirrte zwar den einen oder anderen Hörer ein wenig (ist das noch Wagner? Schon Strauss?). Andererseits machte er die unerwartet enge Verwandtschaft zwischen Wagner und Strauss besser als jede theoretische Erläuterung deutlich.

Die zweite Konzerthälfte war Originalwerken gewidmet. In seiner 1989 entstandenen Fantasie über die h-Moll-Fuge aus dem ersten Teil von Bachs Wohltemperiertem Klavier vermischt der amerikanische Komponist Lowell Liebermann Altes und Neues auf sehr überzeugende Weise. Den Schlusspunkt setzt ein  ausladendes, ungewöhnlich klangprächtiges Sextett des schweizerischen Komponisten Hans Huber. Der Beifall wollte kaum enden – die Zugabe: ein knackig-kurzes spanisches Volkslied von Manuel de Falla.

Vorschau

Fortgesetzt werden die Aulakonzerte am Sonntag, 23. Oktober, mit einem Konzert des Meccore-Quartetts. Zu hören sind das erste Streichquartett von Karol Szymanowski, dazu – verstärkt durch Haiou Zhang (Klavier) und Holger Michalski (Kontrabass) – Mozarts Klavierkonzerte KV 414 und 415. Im dritten Konzert der Saison am Sonntag, 20. November, ist das Schumann-Quartett zu Gast. Es spielt Mozarts Streichquartett G-Dur KV 387 und das Quartett a-Moll op. 51,2 von Brahms, dazu Weberns fünf Sätze für Streichquartett op. 5 und fünf Bach-Fugen in einer Quartett-Bearbeitung von Mozart. Alle Konzerte beginnen um 19.45 Uhr in der Aula der Universität, Wilhelmsplatz 1. Karten gibt es in den Tageblatt-Geschäftsstellen, Weender Straße 44 in Göttingen und Marktstraße 9 in Duderstadt sowie unter aulakonzerte-goettingen.

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