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Ausflug in ferne Klangwelten mit Sedaa

Apex Göttingen Ausflug in ferne Klangwelten mit Sedaa

"Sedaa" bedeutet im Persischen "Stimme". Das Quartett schlägt mit seiner traditionellen mongolischen Spielart eine Brücke zur orientalischen Musik, gepaart mit westlichen Einflüssen und entführte so die Zuhörer im vollbesetzten Apex in eine exotische Welt zwischen mongolischer Steppe und Orient.

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Mongolische und orientalische Musik:Die Band Sedaa bei ihrem Auftritt im Apex.

Quelle: Linnhoff

Die mongolischen Meistersänger Nasaa Nasanjargal und Naraa Naranbaatar haben klassischen mongolischen Gesang wie die Untertontechnik Kagyraa und die Kehlgesangstechnik Khöömii in ihrer Heimat studiert. Der Kehlgesang ist eine Gesangstechnik, die aus dem Klangspektrum der Stimme einzelne Obertöne so herausfiltert, dass diese als getrennte Töne wahrgenommen werden können und somit hörbar eineMehrstimmigkeit entsteht.

Nasanjargal spielt zusätzlich die Pferdekopfgeige (Morin Khuur), eine mongolische Oboe (Bischgur) und die Dombra, ein zweisaitiges Zupfinstrument, Naranbaatar eine Bassgeige (Ikh Khuur), die dem Kontrabass gleicht. Gemeinsam mit dem in Wien lebenden Hackbrettspieler Ganzorig Davaakhuu und dem aus dem Iran stammenden und in Hannover lebenden Multiinstrumentalisten Omid Bahadori an Gitarre, Cajon und Perkussionpräsentieren sie ihre ganz eigene Art von Weltmusik.

Sie hätten einige neue Kompositionen im Gepäck und ihre Lieder würden meist von Liebe, Pferden und Beziehungen handeln, erzählt Bahadori zu Beginn. Ruhige sphärische Klänge gehen über in einen dem Boléro ähnlichen Rhythmus, dazu kommt der tiefe dunkle Untertongesang Naranbaatars. Dann führen die perlenden Klänge des Hackbretts mit schnellem Anspiel ein Pferdestück ein. Davaakhuu sei auf dem Pferd genauso schnell, wie er das Hackbrett spielen könne, erklärt Bahadori augenzwinkernd.

Ein Mann sucht eine Frau und dazu ist unbedingt ein Pferd notwendig. Ein aufmunterndes Pferdewiehern wird von der Geige imitiert, die Gitarre Bahadoris gibt einen tiefen Rhythmus vor, über den sich der klagende Laut der Geige legt und los geht es in wildem Galopp durch die mongolische Steppe.

Die Musiker entlocken ihren exotischen Instrumenten immer wieder beeindruckend wundersame Klangspektren, unterstützt von den seltsam faszinierenden Ober- und Untertonstimmen. Rein instrumental führt sie der Weg in den „Oriental Bazaar“, sie lassen stimmungsvoll mit sehr einfühlsamen Gitarrenspiel Bahadoris die Sonne aufgehen, begeben sich mit verwirrenden Rhythmen in die Welt der Schamanen und beenden ihr Konzert mit einer lautstarken Hymne an das Altai Gebirge.

Rauschender Applaus begleitet sie noch eine Weile nach Verlassen der Bühne. Ein faszinierender Ausflug in ganz eigene Klangwelten.

Von Jörg Linnhoff

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