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Ausgewogener Zusammenklang

Klassik im Parthenonsaal Ausgewogener Zusammenklang

Ein Schubert-Liederabend ist meist eine todernste Angelegenheit mit Sänger im Frack und Begleiter am schwarzpolierten Flügel. Ganz anders das Schubert-Konzert am Sonntag im gut besuchten Parthenonsaal der Universität mit dem Tenor Florian Brauer und Andreas Düker an der Gitarre.

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Der Parthenonsaal der Universität war gut besucht.

Quelle: Heller

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Göttingen. Am Sonntag, 15. Mai, spielt das Ensemble „Les Papillons“ im Parthenonsaal. Beginn: 16.15 Uhr.

Vorweg: Die Begleitung mit Gitarre statt Klavier ist kein Sakrileg. Solche Arrangements hat es schon zu Schuberts Lebzeiten gegeben, Proteste des Komponisten sind nicht überliefert. Und der zarte Klang der Gitarre sorgt für einen ausgewogenen Zusammenklang von Stimme und Instrument.

Dass dies nicht nur theoretisch, sondern auch praktisch funktioniert, zeigten Brauer und Düker mit einem abwechslungsreichen Programm. Brauer hatte vorwiegend heiter-besinnliche Schubert-Lieder ausgesucht, vom Ständchen nach Shakespeare bis zum Wiegenlied nach Claudius. Ausgesuchte Texte sorgten für weitere Facetten, bekannte wie Schubert Traum-Erzählung (1822) und unbekannte wie die betulich-charmante Miniatur „Schubert im Himmel“ des sächsischen Lehrers Max Zeibig aus den 1930er-Jahren, in der der weißbärtige Gottvater Schubert begrüßt und die Engelein singen.

Brauer besitzt einen hellen, beweglichen Tenor, setzt die Spitzentöne (mit wenigen Ausnahmen) locker und unangestrengt und artikuliert so genau, dass man jedes Textwort versteht. Darüber hinaus verfügt er über eine der wichtigsten Voraussetzungen für die Liedgestaltung, nämlich einen Pianobereich mit feinen Differenzierungen.

Sehr einfühlsam begleitete Düker an seiner wunderschön warm klingenden Gitarre, die 1824 gebaut wurde, also noch zu Schuberts Lebzeiten. Er steuerte zwei Solostücke des romantischen Gitarren­komponisten Johann Kaspar Mertz bei, einen kleinen Variationszyklus und eine Tarantelle. Ein heiteres, abwechslungsreiches Konzert im schönen Ambiente antiker Statuen – und eine pfiffige Zugabe: Hannes Waders erstaunlich schubertnahes Lied „Heute hier, morgen dort“.

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