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Ausstelllung im Göttinger Grass-Archiv: Pop-Art-Meister Jim Dine zeigt „House of Words“

Vielschichtig und variabel Ausstelllung im Göttinger Grass-Archiv: Pop-Art-Meister Jim Dine zeigt „House of Words“

Er gehört zu den großen Künstlern der Pop-Art, arbeitet mit Öl, fotografiert und hat unzählige Druckgrafiken erstellt: der 80jährige Jim Dine aus den USA. Im Göttinger Grass-Archiv wird jetzt seine Ausstellung „House of words“ eröffnet.

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Quelle: Hinzmann

Göttingen. Dine stellt stellt seine Bilder in Guggenheim und Tate, auf der Documenta in Kassel und der Biennale in Venedig aus.Über sein druckgrafisches Werk  wird im Oktober eine große Retrospektive im Museum Folkwang eröffnet. Immer hat der vielseitige Künstler auch Gedichte geschrieben. Und sie vorgetragen, die Buchform interessierte ihn zunächst nicht. Nur ein Band mit seiner Lyrik – inspiriert von seinem alltäglichen Leben – ist vor kurzem erschienen.

Für die Ausstellung im Grass-Archiv hat er zusammen mit Verleger Gerhard Steidl seine Gedichte auf großformatige Papierbahnen gebannt. Dine entwarf ein eigenes Alphabet, machte Linolschnitte, Steidl druckte sie und Dine wiederum klebte sie auf.  Einige seiner Gedichte schrieb er aber auch mit der Hand auf. Zu sehen sind nur „Faksimiles, es gibt keine Manuskripte“, erzählt Steidl.

Dine hat Seiden-, Pack-, sowie Zeitungspapier und dicke Pappe ausgesucht. Einige zerrissen, viele zerknautscht. Sie hängen von der Decke, an der Wand, öffnen oder verstellen weitere kleine Nischen in der Mitte des Raums. So ergibt sich eine vielschichtige Schau. Die Ebene der Texte wird durch die ästhetische des Papiers und des Drucks mit schimmerndem Schwarz und Grau sowie den Schatten der Papierbahnen ergänzt. Und alles fügt sich wunderbar in diesen kleinen Raum.

Dine hat die Schau am Mittwoch mit einem Assistenten gehängt. Und ist begeistert. „I think, it is beautiful“, sagt der freundliche, kleine Künstler. Dine hat in Göttingen seit vielen Jahren ein Atelier, arbeitet für seine Kunstbücher regelmäßig mit Steidl zusammen. „An ongoing dialogue“ nennt Dine es.

Besonders begeistert Dine und Steidl die Flexibilität dieser Schau. Für einen anderen Ausstellungsraum könne manches auf anderes Papier gedruckt werden. Dine könne das eine Gedicht dann ganz lassen, ein anderes zerreißen. Eine ungeheure Menge Variationen sei möglich, so der Künstler. Und das Beste: es sei alles unheimlich leicht zu transportieren.

Nach Göttingen wird „House of words“ in Istanbul und New York zu sehen sein. In Göttingen ist die Schau am Donnerstag, 17. September, von 18 bis 20 Uhr das erste Mal zu sehen. Danach bis Ende Oktober jeweils sonnabends und sonntags von 11 bis 18 Uhr im Grass Archiv, Düstere Straße 6. Für eine Performance mit einem Bassgitarristen wird Dine im Oktober noch einmal nach Göttingen kommen und seine Gedichte in der Ausstellung vortragen.

©Hinzmann

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