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Ausstellung „Blue Moon“ in der Kunsthalle HGN zeigt Facetten des Lichtes

Großes Universum, kleine Welt Ausstellung „Blue Moon“ in der Kunsthalle HGN zeigt Facetten des Lichtes

„Blue Moon“ heißt die Ausstellung, die am Donnerstag in der Kunsthalle HGN eröffnet wurde. Im Zentrum  steht das Licht. Zu sehen sind vor allem Skulpturen und Installationen aus der Sammlung des Hausherren Hans Georg Näder, ergänzt um Leihgaben. Weltkunst steht hier bruchlos neben Arbeiten von Newcomern.

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Eine Besucherin schaut das Objekt des Agentiniers Miguel Rothschild an.

Quelle: Thiele

Duderstadt. Die Spannweite dessen, was Kunst zu zeigen vermag, verdeutlichen vor allem zwei Kunstwerke in der Ausstellung. Für die Installation „Infinity Mirrored Room – The Souls of Millions of Light Years away“ aus dem Jahr 2013 haben die Organisatoren eigens ein kleines Haus mit einer weiten Holzrampe in ein ehemaliges Schwimmbecken gebaut. Ausstellungsbesucher gehen dort einzeln hinein, drinnen erwartet sie eine überwältigende Fülle von kleinen Lichtern, durch Rundumverspiegelung so grenzenlos wie das Universum. Größer geht es nicht.

Die Japanerin Yayoi Kusama hat dieses Werk geschaffen, ein Weltstar der Szene. Sie ist inzwischen 86 Jahre alt, lebt und arbeitet seit Jahrzehnten in einer Nervenheilanstalt. Schon in ihrer Kindheit machte sich die Krankheit bemerkbar. Als Teenager plagten sie Halluzinationen, sie sah Muster aus Linien und Punkten, die schon früh in ihre Arbeit einflossen und in ihrer Kunst bis heute gegenwärtig sind. Weltweit würden derzeit zwei weitere dieser Räume ausgestellt, einer in Los Angeles, einer in Moskau, erzählte Veronique Ansorge von der Galerie David Zwirner in New York, die zur Ausstellungseröffnung gekommen war. An beiden Orten warteten die Menschen bis zu sieben Stunden, um den Raum betreten zu dürfen.

Neben dieser grenzenlosen Weite des verspiegelten Raumes zeigt die deutsche Künstlerin Rosemarie Weinlich, Jahrgang 1984, das Geheimnis des Lebens im ganz kleinen Format. „Habitat. Eine melancholische Erinnerung an die Vergänglichkeit“ aus den Jahren 2011 bis 2013 hat sie eine Ansammlung von Glaskolben genannt, die wie Glühlampen aussehen und an langen Kabeln von der Decke hängen. In den Kolben liegen Pflanzen in Wasserreservoirs. Von oben beleuchtet, genügt ihnen ihre Umgebung zum Existieren. Sie wachsen sogar und vergehen.

Zwischen diesen beiden Extremen hat Kuratorin Catherine Nichols ganz viel Facetten von Kunst spannungsreich versammelt. Ausgangspunkt der Planung, die vor rund zwei Jahren begann, waren Werke des Lichtkunst-Klassikers Dan Flavin (1933-1996) aus der Sammlung von Näder. Flavin entwarf seine Werke mit Norm-Neonröhren, die er linear anordnete. Das „Cineprisma“ von Dieter Appelt (geb. 1935) liegt in der Nähe eines hochglänzenden Objektes von Hans Arp (1886-1966), direkt dahinter zwei Fotografien voller Licht und Schatten, eine von Man Ray (1890-1976), die zweite von Erwin Blumenfeld (1897-1969).

Im Obergeschoss auf der Galerie hat Oliver van den Berg (geb. 1965) ein Filmset komplett aus Holz nachgebaut. Und ganz oben kreiselt ein Neonring mit leichtem Kratzen über den Betonfußboden. „Ungleich Null“ hat Florian Neufeldt (geb. 1976) seine Arbeit betitelt. Polaroids von Andy Warhol sind zu sehen, der in Berlin lebende Argentinier Miguel Rothschild empfindet ein Motiv von Caspar David Friedrich mit zahlreichen Nägeln nach. Vor dem Museum hat Claudia Schmacke mit Plastikbeuteln, gefüllt mit floureszierender Flüssigkeit, eine Grünfläche installiert. Und auf der Straße vor dem Museum hat der Argentinier Luis Terán eine mächtige Holzkonstruktion aufgebaut.

Wichtig: Nicht den Raum übersehen, der in dem Gebäude links der Ausstellungshalle liegt. Hier findet sich ein schillerndes Spaßparadies mit Dinos aus China, einer Hochglanz-Skulptur von Jeff Koons, einem gepunkteten Riesenkürbis von Kusama und einer lustigen Foto-Persiflage von Rothschild: „Cheaper then Gurski“, günstiger als ein Werk des Fotografen Andreas Gurski.

Bis 14. Februar 2016 in der Kunsthalle HGN, Karl-Wüstefeld-Weg in Duderstadt. Die Ausstellung ist sonnabends und sonntags von 11 bis 18 Uhr geöffnet, der Eintritt ist frei.

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